Europaabgeordneter Werner Kuhn ausgezeichnet : Mecklenburger ist "freier Elbfischer"

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Werner Kuhn (l.) und Wilhelm Grube mit gefangenem Stint. Werner Promer

"Freier Elbfischer" ist eine Auszeichnung von Politikern, die sich um die Belange der Fischerei verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde diese Ehre Werner Kuhn aus Mecklenburg-Vorpommern zuteil.

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19. März 2013, 10:57 Uhr

Hopte | "Freier Elbfischer" ist eine Auszeichnung von Personen aus der Bundes-, Landes- und Europapolitik, die sich in besonderer Weise um die Belange der Berufs- und Angelfischerei verdient gemacht haben und sich für deren Ziele einsetzen. Vergeben wird sie alle zwei Jahre von der "Gemeinschaftsinitiative Elbfischer" - eine Interessengemeinschaft von Berufsfischern, Angelfischern und deren Vereine und Verbände aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

In diesem Jahr wurde diese Ehre auf Vorschlag des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern dem Europaabgeordneten Werner Kuhn aus Mecklenburg-Vorpommern zuteil. Die zahlreichen Gäste aus den Vereinen und Verbänden und Vertreter aus Politik und Verwaltung, die aus Anlass der Verleihung in "Grubes Fischerhütte" in Hoopte erschienen waren, wurden durch Fischer Christian Köthke begrüßt und von Volkmar Hinz, Fachbereichsleiter Fischerei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, vorgestellt.

Freier Fischzug auf Stint sogleich in die Tat umgesetzt

Nach der Eröffnung ging es auf die Elbe. Werner Kuhn konnte den ihm zustehenden freien Fischzug auf Stint in die Tat umsetzen. Die Gäste schauten von einem Fahrgastschiff aus nächster Nähe zu und überzeugten sich vom Geschick des "Mecklenburg-Vorpommern-Jung". Da trotz Kälte an diesen Tagen bis zu 500 Kilogramm Stint gefangen werden, musste den Teilnehmern um das nachfolgende Stintessen nicht bange sein.

Nach getaner Arbeit wurde es feierlich. Durch Gastgeber Wilhelm Grube wurde Werner Kuhn im Name der "Gemeinschaftsinitiative Elbfischer" zum "Freien Elbfischer" ernannt und die damit verbundene Urkunde und eine Reuse übergeben, an der alle bisherigen "Freien Elbfischer" verewigt sind. Unter anderem die Vorgängerin von Werner Kuhn, MdB Dr. Christel Happach-Kasan, der designierten Präsidentin des zukünftigen Deutschen Angelfischer Verbandes.

An diesem Tag wurde aber auch gearbeitet. Die Berufs- und Angelfischer nutzten die Gelegenheit, die Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen und die für den Berufsstand teilweise existenzbedrohlich sind, zu benennen.

Werner Kuhn hatte Gelegenheit, seinen Standpunkt zu so wichtigen Fragen wie der Elbvertiefung und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Gewässerdynamik, zum Pumpspeicherwerk Geesthacht mit seinen Gefahren für Wander- und Jungfische, zur allgemeinen gesellschaftlichen Pflicht nachhaltigen Wirtschaftens und der damit verbundenen gegenseitigen Kompromissbereitschaft, darzulegen.

Zum Thema Kormoran, Kegelrobben und Co. mahnte er insbesondere in Richtung der Umweltverbände an, dass nicht zugelassen werden dürfte, dass durch die Aufrechterhaltung des Totalschutzes einzelner Tiere die Gefährdung anderer geschützter Arten billigend in Kauf genommen wird. Der Anspruch der Umweltverbände, ganzheitlichen Naturschutz zu betreiben, dürfe daher ernsthaft in Zweifel gezogen werden, so Werner Kuhn.

Auswüchsen zweifelhafter Umweltschutzaktivitäten, wie sie im Gerichtsurteil zur Reusenfischerei im Steinhuder Meer zum Ausdruck gekommen seien, die einen ganzen Berufsstand kriminalisiert und deren Existenz ruinieren könne, sei entschieden der Kampf anzusagen.

Werner Kuhn hatte in "Grubes Fischerhütte" bei den Gästen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sein Versprechen, sich nach wie vor für die Interessen der Berufs- und Angelfischerei auf allen politischen und administrativen Ebenen einzusetzen, wurde wohlwollend aufgenommen.

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