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Hagenower Kreisblatt

23. September 2017 | 09:21 Uhr

Warlitz : Mecklenburger Hirsch stoppt Zug

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Rothirsch traf die Lok an ungünstiger Stelle und legte das Bremssystem lahm. Wehren der Region halfen auf der Schnellstrecke

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Es passierte kurz nach 20 Uhr zwischen Hagenow-Land und Warlitz. Der Eurocity 172, der ursprünglich aus Ungarn kommt und nun von Berlin mit Ziel Hamburg unterwegs ist, kollidiert mit einem Hirsch. Das Tier landet vor dem Schneepflug und trifft bei 200 km/h ausgerechnet das Ende des Luftschlauches. Und an dem hängt das Bremssystem des Zuges. Die Druckluft entweicht, dann greift die Notbremsung. Der Zugführer erzählt später, er habe nur einen Schatten gesehen, dann gab es einen Knall. Und so stehen mit dem Zug plötzlich 200 Reisende auf freier Strecke. Die Bahn reagiert schnell, Notfallmanager Mike Patzig hat gleich mehrere Leute am Start. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Hamburg wird gesperrt, in Pritzier und und in Hagenow-Land werden die auflaufenden Züge zurückgehalten.

Zeitgleich werden die Wehren im Warlitzer Bereich alarmiert. Schnell kann Einsatzleiter Steven Böbel auf 30 Kameraden zugreifen, aus Warlitz/Goldenitz, Redefin und Hagenow. Sie sollen die stockdunkle Strecke ausleuchten und bei der Evakuierung helfen. Doch die Bahn ist dieses Mal schneller. Ein aus Leipzig kommender ICE wird langsam an den Unfallzug herangeführt, dann können die Passagiere alle über eine Brücke in den Intercity umsteigen.

Parallel zerren die Wehrleute die Reste des Hirsches unter der kaputten Lok hervor. Für diesen Aufprall bei der Geschwindigkeit ist von dem Tier noch erstaunlich viel übrig. Die Reste werden weit beiseite geschafft, damit mögliche Aasfresser weg von der Bahnlinie sind.

Zeitgleich kommen aus Berlin zwei angeforderte Dieselloks zu Hilfe. Später wird eine Art Bypass gelegt, um das Bremssystem wieder zu aktivieren. Dann schieben die Loks den Zug im Sandwichverfahren zurück in den Hagenower Bahnhof. Hier wird umgekoppelt und der Zug nach Hamburg gefahren, zur Reparatur. Zeitgleich versuchen alle, die Staus auf der Strecke aufzulösen. Bahnmanager Patzig gegenüber SVZ: „Wir sind wirklich zufrieden mit der Zusammenarbeit der örtlichen Wehren. Wir sind ja hier oft auf ihre Hilfe angewiesen. Das hat hier sehr gut gelappt.“ Gestern früh birgt dann der zuständige Jagdpächter Jan Thomas die Reste des Rothirsches.

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