Lämmerzeit im Ziegenhof : Meckernde Belegschaft wächst

<strong>Neugierig sind vor allem die kleinen Böcklein. </strong>Sie werden nicht lange auf dem Hof bleiben. Nur die milchbringenden Ziegen  haben eine Zukunft auf dem 'Gülzer Geißen'- Hof. <fotos>Katharina Hennes (3)</fotos>
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Neugierig sind vor allem die kleinen Böcklein. Sie werden nicht lange auf dem Hof bleiben. Nur die milchbringenden Ziegen haben eine Zukunft auf dem "Gülzer Geißen"- Hof. Katharina Hennes (3)

Keiner kann so schön meckern wie die Gitzis. So nennt Uli Korte die Zicklein, die seit Ende Januar täglich in den Ställen von Groß Timkenberg und Alt Gülze auf die Welt kommen. Bis Ostern werden noch 15 Lämmer geboren.

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22. März 2013, 06:03 Uhr

Groß Timkenberg | Keiner kann so schön meckern wie die Gitzis. So nennt Uli Korte die Zicklein, die seit Ende Januar täglich in den Ställen von Groß Timkenberg und Alt Gülze auf die Welt kommen. Gestern Abend erst kam wieder eines. "Wir waren etwas beunruhigt, weil Ziegen meist tagsüber bis Einbruch der Dämmerung geboren werden", sagt Rudi Tussing. Dieses Kleine aber ließ sich Zeit. Heute Morgen tapst es unbeholfen immer ganz dicht neben seiner Mutter. Korte und Tussing lassen die Lämmer am ersten Tag nicht aus den Augen. "Es ist wichtig, dass sie nach der Geburt trinken. Denn die erste Milch, die so genannte Biestmilch, versorgt sie mit den lebensnotwendigen Abwehrstoffen."

Bis Ostern werden in Alt Gülze noch 15 Lämmer auf die Welt kommen, schätzt Rudi Tussing. Er ist täglich in den Ställen, wechselt zwischen Alt Gülze und dem zweiten Stall in Groß Timkenberg. Hier sind bereits alle Lämmer geboren, die Böcklein schieben ihre Köpfe durch die Gatterstäbe, huschen meckernd über die Futterraufen oder knabbern neugierig an Tussings Lederjacke.

Was vor vier Jahren als Hobby begann, ist für die beiden Männer heute Fulltime-Job. Angefangen hatte alles mit vier Zicklein und einem Böcklein. Damals hat Uli Korte noch in Hamburg gearbeitet. Auch Rudi Tussing, der ursprünglich aus Saarbrücken stammt, arbeitete hauptberuflich als Architekt. Die Teldau haben sich die beiden bewusst als Rückzugsraum ausgesucht. "Wir wollten raus aufs Land. Dorthin, wo Land noch Land ist und nicht ein Vorort von Hamburg", sagt Rudi Tussing. Hier fordern die inzwischen 67 Ziegen ihre ganze Aufmerksamkeit. Während Rudi melkt, füttert, ausmistet und in der Käserei arbeitet, kümmert sich Uli um die Vermarktung. Ab Mitte April fährt er wieder die Regionalmärkte in Hamburg und Dannenberg an. Auch in ihrem Hofladen verkaufen sie den eigenen Käse und die frische Ziegenmilch. Die trinken sie übrigens gar nicht selbst. Nicht, weil sie nicht schmecken würde. Sondern, weil sie zu teuer sei. Außerdem liebt Rudi Tussing Milchkaffee und dafür sei Ziegenmilch leider zu fettig. Wer es selber probieren will: Am Ostersonnabend öffnet der Gülzer Ziegenhof seine Türen für die Osterwanderer vom Biosphärenreservat. Ziegenmilchverkostung inklusive.

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