Boizenburg : Masken für den Zoo

Schnell war die Nähmaschine bei Kathrin Loonstra zur Hand, als ihrem Bügel-Service wegen Corona die Kunden ausblieben.
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Schnell war die Nähmaschine bei Kathrin Loonstra zur Hand, als ihrem Bügel-Service wegen Corona die Kunden ausblieben.

Kathrin Loonstra nutzt die Zeit mit weniger Kunden, um Gutes zu tun

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22. April 2020, 05:00 Uhr

Was macht man, wenn die Kunden wegen Corona ausbleiben? Diese Frage stellt sich derzeit auch Kathrin Loonstra. Von jetzt auf gleich sind die Aufträge bei ihrem Bügel-Service, den sie in Boizenburg betriebt, eingebrochen. „Viele trauen sich nicht zu kommen. Außerdem sind die Gaststätten und Restaurantes ja auch geschlossen. Die haben mir sonst auch viel gebracht“, gibt die Frau eine Erklärung für ihre Misere.

Offen habe sie aber dennoch. Schließlich ist sie in dieser Hinsicht Dienstleisterin und von den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus eigentlich erstmal nicht betroffen.

Damit ihr die Tage dann dennoch nicht zu lang werden ohne die Betreuung der Kunden, kam Loonstra nun auf die Idee, sich anderweitig zu beschäftigen. „Wir nähen nebenbei jetzt Masken, die gegen eine Spende bei mir abgeholt werden können“, berichtet die Frau, die den Bügel-Service in Boizenburg erst im letzten Jahr übernommen hat.

Schnell ist sie dabei am Werke, hat sie doch in nur wenigen Stunden schon mehr als 30 Masken fertiggestellt.

Ebenso schnell kam dann auch der Gedanke, dass die Einnahmen, die durch den Verkauf der Masken erzielt werden, dem Zoo in Schwerin zugute kommen sollen. „Wir haben einen Bericht gesehen, dass es den Zoos ja gerade auch nicht gut geht. Die haben keine Einnahmen. Da hat meine Tochter gesagt, dass wir den helfen wollen. Die Tiere sollen schließlich nicht sterben“, erzählt Kathrin Loonstra die Entstehungsgeschichte.

Nun sitzt sie in jeder freien Minute an der Nähmaschine. Den Stoff hierfür habe sie sich aus Resten zusammengesucht und auch ihrerseits habe sie Spenden von Boizenburgern bekommen, die noch Stoff irgendwo liegen hatten.

So verdeutlicht das Beispiel von Kathrin Loonstra auch gleich in doppelter Hinsicht die soziale Wirkung, die die Corona-Krise auf die Menschen haben kann. Die Frau mit dem Bügel-Service freut sich darüber sehr. Ist es für sie doch auch ein Antrieb, weiterzumachen, bis die Krise überstanden ist. Wem auch daran gelegen ist, dem wird zudem Unterstützung aus Neuhaus zuteil. Im Hause Wittkopf wurde nämlich eine Anleitung zum Nähen von Masken recherchiert, nachdem die Bundesregierung sich darauf verständigt hat, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit dringend zu empfehlen. Das Internet war hierbei ein guter Ort der Inspiration.

Für eine Maske für Erwachsene benötigt man zum Beispiel ein 40 x 20 Zentimeter großes Stück Baumwollstoff. Der Stoff sollte bei mindestens 60 Grad waschbar sein. Dazu ein schmales Baumwollband oder Gummi, rund einen Meter lang. Die Maske besteht aus einem doppellagigen Rechteck, das Nase und Mund bis zum Kinn abdeckt. Dazu die obere lange Kante des Stoffstreifens circa zwei Zentimeter nach innen umnähen. In diese Naht kann bei Bedarf ein Stück Draht eingezogen werden, damit die Maske nicht von der Nase rutscht. Jetzt den Streifen auf links zur Hälfte falten. Dadurch spart man sich eine Seitennaht. Den unteren langen Rand nach innen umschlagen und die Seitennaht schließen. Den Stoff wieder auf rechts wenden. An den kurzen Seiten des Rechtecks werden nun die Tunnel genäht, durch die das Bindeband geführt wird.

Dazu an den beiden kurzen Seiten des Rechtecks jeweils parallel zur Außennaht eine weitere Naht in ungefähr zwei Zentimeter Abstand steppen. Diese Nähte bitte nicht zu eng setzen. Zuletzt wird noch die untere Naht geschlossen, den Stoff hatte man dafür schon zuvor nach innen umgeschlagen. Dabei bitte nicht die Tunnel für das Bindeband zunähen. Die obere Seite der Maske bleibt offen, damit man zusätzlich einen Filter einlegen kann.

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