Boissow : Malen, um Spuren zu hinterlassen

Lichte Weiten und weiche Linien bevorzugt der Maler Udo Beschoner bei vielen seiner Landschaftsmotive.
Lichte Weiten und weiche Linien bevorzugt der Maler Udo Beschoner bei vielen seiner Landschaftsmotive.

Udo Beschoner aus Boissow ist auch Zeichner und Fotograf/Er mag die Natur, ihre unaufgeregten Details und lichte Momente

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02. März 2015, 16:20 Uhr

Die Langsamkeit, das Entschleunigte wie auch das Weiche sind die Dinge, die Udo Beschoner in seinem kleinen Atelier, einem liebevoll umgebauten Schweinestall, romantisch gelegen an einem Bachlauf, antreiben.

Der 74-Jährige ist Maler, Zeichner und Fotograf, lebt und arbeitet seit 2003 in Boissow. Hat sich damals die ehemalige Dorfschule als neues Domizil auserkoren. Der gebürtige Lausitzer, der sich in seinem doch recht bewegten Leben auch schon als Speditionsbote, Hilfszimmermann, Tapezierer, Schaufenstergestalter, Hafenarbeiter und Theatermaler durchschlug, liebt die Natur, ihre kleinen unaufgeregten Details und die lichten Momente. Die oft nur einen Wimpernschlag dauern und von vielen übersehen werden. Mit der Camera Obskura, einer Lochkamera aus Pappe, versucht er auf Schwarz-Weiß-Fotos diese besonderen Augenblicke einzufangen, sie unvergänglich zu machen. Wenn ihm das nicht gelingt, greift er zu Pinsel und Ölfarben oder zum Bleistift. Leben heißt für Beschoner auch: Spuren hinterlassen und in die Spuren anderer eintreten, um die Patina des Vergänglichen zu akzeptieren.

„Ich mag das Abgelebte, das Spiel der Gegensätze und ich mag das Malen“, gesteht Udo Beschoner. Und streicht dabei, sitzend auf einem alten Stuhl, unsichtbare Krümel von dem nicht minder betagten Tisch. Er male jeden Tag, oft bis in die Nacht oder den frühen Morgen hinein. Vornehmlich Landschaften. „Die weichen Linien sind es, die mich besonders faszinieren“, verrät er weiter. Und dass er es als Erstklässler einem aufmerksamen Zeichenlehrer zu verdanken habe, dass Leinwände, Terpentin und Farben heute Teil seiner Welt seien. „Er hat damals mein Talent entdeckt und mich ermuntert, weiter zu machen“, erinnert sich der Künstler, der mittlerweile alle seine Werke mit Boissow signiert.

Beschoners kreative Art, die Kultur des Unperfekten, Unbeständigen und Unvollständigen, kurz die Schönheit des Unauffälligen als eine große Freiheit an Formen, naturverbundenen Farben mit der Vergänglichkeit des Seins zu verbinden, macht wohl auch den schwer erklärbaren Reiz seiner Werke aus. Eine sechswöchige Arbeitsreise nach China hat ihm außerdem die Antennen geschärft, für die Einfachheit und den Verzicht auf äußeren, seelenlosen Prunk, zugunsten innerer Werte.

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