Hagenow : Magie des Moments im Foto festhalten

Der Fotograf Sebastian Maiwind beim Vorbereiten seiner Schau in der Alten Synagoge.
Der Fotograf Sebastian Maiwind beim Vorbereiten seiner Schau in der Alten Synagoge.

SVZ-Interview mit Sebastian Maiwind, Fotograf aus Berlin, zur Ausstellungseröffnung am Sonntag in der Hagenower Synagoge

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11. Juli 2014, 15:41 Uhr

Am Sonntag wird um 15 Uhr in der Alten Synagoge Hagenow die Ausstellung „In mir Indien“ eröffnet. Dieter Hirschmann von der SVZ sprach mit dem Autor, dem gebürtigen Schweriner Sebastian Maiwind, der jetzt in Berlin arbeitet und lebt, über seine Fotos, die Reisen nach Indien und die Schwarz-Weiß-Fotografie. Es geht um die Magie des Moments, die im Foto festgehalten wird.

SVZ: Wie oft waren Sie bereits in Indien?

Sebastian Maiwind: Insgesamt sieben Mal, 2003 war die erste Reise. Nach dem Studium wollte ich möglichst weit weg, ich hatte nicht so viel Geld und dann empfahl man mir Indien. So ging es los.

Die Ausstellung fasst nun Motive von allen Reisen zusammen?

Sebastian Maiwind: Ja, ich zeige die besten Fotos von allen Reisen.

Ist die Fotografie Ihr Hobby?

Sebastian Maiwind: Ich verdiene schon mein Geld damit. Ich bin Buchgestalter und Fotograf. Was mich besonders interessiert, ist das Schöne. Insgesamt ist die Komposition für mich wichtig, und die muss schön sein, die muss etwas sein, wo ich gern hinschaue und eine Geschichte erfahre.

Wir oft gestalten Sie Ausstellungen mit Ihren Fotos?

Sebastian Maiwind: Zwei Mal im Jahr gibt es eine Ausstellung von mir. Insgesamt zeigte ich bereits vier Indien-Ausstellungen mit meinen Fotos.

Warum stellen Sie Ihre Fotos in Schwarz-Weiß aus?

Sebastian Maiwind: Ich halte es einfach für ausdrucksstärker, die Fotos in Schwarz-Weiß zu zeigen. Bei der Farbfotografie wird man einfach zu sehr abgelenkt. Natürlich werden sich die Betrachter fragen, warum ich die Indien-Fotos in Schwarz-Weiß zeige. Ich finde die Reduzierung der Farbe ist für mich ein wichtiges Ausdrucksmittel. Und ich kann selbst den gesamten Prozess der Fotoentwicklung selbst kontrollieren.

Das heißt, Sie arbeiten klassisch im Labor mit Entwickler, Fixiersalz?

Sebastian Maiwind: Ja. Womit man in der Dunkelkammer stundenlang beschäftigt ist, das geht natürlich mit Photoshop ruck zuck. Dennoch habe ich im Labor mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Sie haben zur Ausstellung ein Buch heraus gegeben. Was ist der Inhalt?

Sebastian Maiwind: Das Buch wurde vom Hagenower Museum unterstützt. Es ist so angelegt, dass es natürlich ergänzend zur Ausstellung steht, aber auch ohne Ausstellung durchaus verständlich ist. Da sind von mir sehr persönliche Texte drin. Besucher, die Interesse haben, bekommen das Buch am Sonntag.

Gibt es weitere Pläne?

Sebastian Maiwind: Natürlich ist so ein Buch immer ein Abschluss einer bestimmen Periode. Aber ich bin noch lange nicht fertig mit Indien. Mein nächstes Projekt sind Porträtfotos von hinduistischen Mönchen in Assam, Nord-Ost-Indien. Die Mönche leben im Kloster wie in einer Familie zusammen. Es sind alles männliche Mitglieder. Das Kloster liegt auf der größten Flussinsel im Brahmaputra, dort kommt man nicht so leicht hin. Ich bin fasziniert vom Aussehen der Mönche und von ihrer Geschichte. Denn Eltern schenken ihre Kinder dort an das Kloster. Doch das ist ein neues Thema.

Wie lange wird Ihre Ausstellung in Hagenow zu sehen sein?

Sebastian Maiwind: Bis Ende Oktober sind meine Fotos hier zu sehen.

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