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Hagenower Kreisblatt

19. August 2017 | 22:23 Uhr

Konau : Männer mit eigenem „Gut“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dennis Haug und Jens Philippi wollen auf einer Hofstelle in Konau leben und ihre Produkte aus Wollfilz fertigen

Sie selbst bezeichnen sich als überzeugte „Landeier“. Die Dorfleute in Konau sprechen von den „Filzjungs“. Sie meinen Dennis Haug und Jens Philippi, zwei sympathische, junge Männer, die sich im Elbedorf eine Hofstelle gekauft haben, um hier zu arbeiten und zu leben. Bisher haben sie ihre Firma „Eigengut“, in der sie in Handarbeit aus reinem Wollfilz Taschen, Handyhüllen, Accessoires und Gegenstände für die Wohnung fertigen, in Ulm betrieben. Doch im Schwäbischen wurde es ihnen zu eng und die beiden machten sich auf die Suche – deutschlandweit – nach einem Haus mit viel Platz und viel Licht, in dem auch eine Manufaktur ihren Platz findet.

Nachdem sie sich für ein Objekt in der Teldau entschieden hatten, zog die Eigentümerin, mit der sie jetzt befreundet sind, ihr Angebot zurück. Doch die Gegend hatte es Jens Philippi und Dennis Haug angetan. Schließlich wurden sie in Konau fündig. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so Philippi. Er kommt ursprünglich aus Hessen, hat in Ulm für eine große Firma im Marketing und im Vertrieb gearbeitet und fühlte sich irgendwann nur noch fremdbestimmt. Dennis Haug wollte Grafik-Design studieren und brauchte, um sich selbst finanzieren zu können, einen Nebenjob. Es sollte was Kreatives sein. Er löste seinen Bausparvertrag auf, kaufte sich eine Nähmaschine und fing an, in seinem beengten Einzimmerappartement kleine Taschen und Hüllen für Brillen, Handys oder Tampons aus Wollfilz herzustellen.


Internetplattform hilft beim Verkauf


Witzige Sprüche oder Namen komplettierten die Sachen und das Internet und eine Plattform wie DaWanda machten es möglich, dass bald viele Käufer wussten, welche Produkte es bei „Eigengut“ zu kaufen gab. Jens Philippi hatte sich eine Auszeit von seinem stressigen Job genommen und lernte in der Zeit seinen Geschäftspartner kennen. Er half aus bei der Produktion, die dann irgendwann so gut lief, dass beide beschlossen, zukünftig selbstständig zu sein, zu produzieren und zu verkaufen. Schließlich genügte die kleine Werkstatt nicht mehr und sie begannen zu suchen. Die Weite, das Wasser und das viele Grün an der Elbe nahmen sie gefangen.

„Ab dem ersten August muss hier alles soweit fertig sein, dass wir mit der Arbeit beginnen können“, hofft Dennis Haug, der kreative Teil der Firma „Eigengut“. Die große Diele wird zur Werkstatt umgebaut. „Der Tischler Jan Trierweiler hatte dafür eine richtig gute Idee die Aufteilung“, schwärmt Jens Philippi. In Hochzeiten wird man sicher noch eine Hilfe benötigen, aber auch Familie und Freunde haben immer mit angepackt und werden das auch künftig tun. Wöchentlich geht eine Sendung Handyhüllen ins Hessische, wo seine Mutter die Laschen annäht.

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erstellt am 08.Apr.2014 | 14:29 Uhr

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