Plattdeutsch-Serie : Mäkelbörger Eiken

Starke Eiche bei Pinnow
Starke Eiche bei Pinnow

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07. Juni 2016, 10:54 Uhr

Wenn einer früher in Schwerin mit´n Toch ankamen weer un denn von´n Bahnstiech in de grot Hall köm, denn künn hei oewern Utgang ´n fründliches Begrüßungswuurd läsen “Es grüßt sie die Stadt der Seen und Wälder“. Ik denk denn gliek an de mastig Eik in Zippendörp vör ´n Krauch un an de Bomveteranen in Raben-Steinfeld. Gaut tau Recht hett ein Wuurd je ok heiten “Mecklenburg-Land der starken Eichen und Buchen“. – Dor föllt mi ´n olle Geschicht in:
In 1964 weeren wi mit unsen Trabi in Mäkelborg ünnerwägs. Dat heit: Twei Autos weeren dat. In denn´einen mi Fru, uns Jung, un mi, un in denn´ annern Auto mien Fründ Korl mit Fru un Soehn. Korl weer ´n “Neumecklenburger“, stammte von´n Niederrhein.

Ik heff mi verpflicht´t fäuhlt, em un sien Lüd wat von uns schön Mäkelborg tau wiesen. In Täterow harn wi uns in´n “Mäkelborger Hoff“ poor Zimmern miet´t, so weer de Anreis na de schönen Städte: Güstrow, Malchin un Niegenbramborg nich so wiet. Ik mök denn´ Vörslach, denn annern Dach eerst mal na Ivenack tau föhren, de Eiken antauseihn.

Weern ok all´ inverstahn. Ünnerwägs up ein Anhöcht, von wo ´n schön in´t Land seihn künn, wür Frühstück makt. Ganz näbenbi sär ik tau Korl: „Weißt wat, de gröttst von de Eiken wull ik woll genau afmäten, denn´Ümfang in 1.80 Meter Höcht. Ik heff ´n Bandmat mit, dat is 10 Meter lang.“ „Oh“, sär hei un weer sik so sicher, „dat ward je recken, teiden Meter!“

„Ne, sär ik gliek dorgegen. Korl wür iewrig un bleef dorbi: „Teiden Meter, dat kann nich angahn, so´n Böm gifft dat nich!“ „Willn wi wedden?“ frööck ik in Seelenrauh.

Korl weer gliek inverstahn. Worüm sallt gahn? Wi einigten uns: Wecker Unrecht hett, dei gifft abends för uns ganze Reisgesellschaft ´n Laach ut. As wi nu in denn´ Ivenacker Park kömen, weer uns lustig Snacken up eins tau Enn´. Blot noch Staunen vör disse Urbiller an Grött un Kraft, an Utduer un Bestännigkeit. De gröttst, wat nu de eigentliche berühmte Ivenacker Eik is, sei is de gesündst ünner ehr „Kumpels“, hebben wi denn mit uns Hänn´ befat´t, uns Jungs sett´n sik up de meterlang´n Utlöper von de ollen, rugen Wörtel. Nu dat Bandmat rut! Korl höll fast un ik güng rüm. Korl fröcht: „Kümmst du nich?“ Ik kann nich, dat Mat is tau Enn`!“ Wi künn´ uns grad noch mit de Hänn´ faten, de Rest weer noch 1 Meter un 70 Zentimeter. Abends: Twei Likör, twei Sprudel, twei Beer. – Nu sitt ik hier in mien griesenhaft Öller, de Knaken sünd mör un lahm, de lang´n Pirschgäng´n in de Natur sünd passé.

Ein Trost sünd mien Bäuker. Ein dorvon heit “Alte liebenswerte Bäume in Deutschland“. Up de Siet 8 secht Prof. Fröhlich, de Verfasser: Wer mit solch alten Recken Zwiesprache hält, der muß auch erkennen, wie kurz unser Leben ist, wie sinnlos oft die Hektik des Tages uns und andere belastet und wie unnötig wichtig die Menschen sich vielfach nehmen.“ Wecker nu ´n Natur – un dormit ok ´n Bomfründ is, de is in unsen Oltkreis Hagenow grad richtig. Dor stahn de ollen Feldkiekers in de Aaftplantagen in Pritzier – Schwechow; in Lähsen de öllst un all dull ramponiert Eik mit ´n Ümfang von nägen Meter. In Tessin/Wittenborg kümmt jerer up sien Kosten, allein wägen de grot Eik bi de frühere Schaul.

Dei hett ´n Dörchmäter von twei un ´n viertel Meter un is na´n Anschien de gesündst von all´ de groten Böm in uns Gegend. Un denn de herrliche Eikenallee von Schildfeld in Richtung Bennin! Ik heff noch nie nich hürt von ein Allee, dei mit disse “Schritt holln“ künn. De ollen Böm sünd doch richtige “Markenteiken“ von uns Mäkelborg wie ok väle Dörpskirchen, Forsthoef, Warer – un Windmoehlen, Gautshüser in verschieden Kalür un de noch väl ölleren Gräwer ut de Stein – un Bronzetiet.

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