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Girls Day in Lübtheen und Hagenow : Mädchen in Aktion

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ob im Fahrzeugwerk, bei der Polizei oder in der Holzindustrie, rund 350 junge Frauen schnupperten im Landkreis in verschiedene Berufe

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Lisa-Marie und Isabelle wissen noch nicht genau, wohin ihre berufliche Reise einmal gehen wird. Doch für beide steht fest, ein typischer Frauenberuf muss es nicht sein. „Ich würde das überhaupt nicht schlimm finden, sofern man im Beruf klar kommt“, erzählt Lisa-Marie Tobela. Ihre Klassenkameradin Isabelle Marie Rathjen stimmt ihr da zu: „Hauptsache man hat Spaß dabei.“

Beide Mädchen haben deshalb beschlossen, den Girls Day bei der Brüggen Fahrzeugwerk und Service GmbH zu verbringen. „Es wurde uns von der Schule angeboten und ich wollte mal reinschnuppern, Fragen stellen und schauen, wie das hier so läuft“, berichtet die 15-jährige Isabelle aus Lübtheen.

Insgesamt 45 Mädchen bewarben sich beim Lübtheener Fahrzeugwerk. Neben einem Firmenrundgang konnten die jungen Frauen auch selbst Hand anlegen. Sie arbeiteten in der Chassismontage mit und gestalteten einen Trailer-Seitenwandausschnitt. „Wir freuen uns, dass wir euch den Betrieb zeigen können“, sagt Geschäftsführer Christian Saßmannshausen bei der offiziellen Eröffnung des Mädchenzukunftstages, die in seinem Unternehmen stattfand. „Und vielleicht sagt ihr ja: ,Mensch das war interessant‘, und fangt daraufhin auch eine Ausbildung bei uns an.“

Es sei auf jeden Fall eine Chance, dem Bewerbermangel in den Betrieben entgegenzuwirken. Denn das Klischee, Berufe streng nach Jungen und Mädchen zu trennen, sei schon lange über Bord geworfen, betont der stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling. Heute könne man nicht mehr auf die Talente, Fähigkeiten und Neigungen der jungen Mädchen verzichten.

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim nahmen insgesamt rund 350 Mädchen am 15. Girls Day MV teil. Auf gut 70 Angebote konnten sich die jungen Frauen zwischen zwölf und 16 Jahren vorab bewerben. Landesweit waren es 401 Angebote mit 2  495 Plätzen für Mädchen in Mecklenburg Vorpommern.

Ein Selbstläufer sei die Veranstaltung jedoch noch nicht, erzählt Margit Quilitz, Projektkoordinatorin vom Bildungswerk der Wirtschaft MV. „Man muss immer wieder mit den Unternehmern reden, gerade auch mit den kleineren“, so Quilitz. Aber genauso wichtig sei es jedes Jahr, mit den Schulen zu sprechen, damit die Mädchen von den Angeboten in ihrer Region erfahren. „Oft wird es aber begrüßt. Es ist Bildung in der Praxis.“

Eine positive Resonanz zum Girls Day verzeichnet dieses Jahr Hagenow. Rund 70 Plätze standen für die Mädchen zur Verfügung, darunter bei der HMS Holzindustrie, beim Autohaus Adolf Schütt, dem Polizeirevier Hagenow, bei der FiniTex GmbH, bei Automobile und Werkstatt Nürnberg sowie bei Trolli. „Ich finde es sehr toll, dass auch so viele Schulen mitgemacht haben“ erzählt die Gleichstellungsbeauftragte Heike Schweda. Nicht nur junge Frauen aus Hagenow hätten das Angebot der Firmen angenommen, auch Mädchen aus der Umgebung, aus Wittenburg oder Boizenburg seien gekommen. Aber die zwölf bis 16-Jährigen hätten in diesem Jahr auch Angebote außerhalb genutzt. So besuchten einige Schwerin oder Wismar.




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