Volzrade–Vielank : Lückenschluss schreitet voran

Jessenitz’s Anwohner begrüßen die Gäste mit einem Schild: „Der Radweg L 06 muss kommen, oder müssen erste Menschen sterben?“ am Ortseingang.
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Jessenitz’s Anwohner begrüßen die Gäste mit einem Schild: „Der Radweg L 06 muss kommen, oder müssen erste Menschen sterben?“ am Ortseingang.

Radwegebau an der L 06 geht in die nächste Runde, Grunderwerbsverhandlungen starten jetzt Vorentwurf liegt im Bauamt aus

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03. April 2017, 21:00 Uhr

Lange wurde dafür gekämpft, nun geht es endlich voran: Der Radwegebau entlang der Landesstraße 06 von Jessenitz-Volzrade-Vielank. Noch im ersten Halbjahr sollen die Grunderwerbsverhandlungen starten, heißt es dazu aus dem Land.

Der geplante Radweg an der L 06 soll den Ausbau des Radwegenetzes   in  Richtung  Elbe weiter voranbringen. Der Teilabschnitt Jessenitz-Vielank ist  nun ein weiterer Fortschritt  zum Lückenschluss.   Für die 4,7 Kilometer lange Strecke  ist eine Investition von ca. 700000 Euro erforderlich. Er zählt zu  den Vorhaben, die aus Mitteln des Lückenschluss-programms 2014 bis 2016 für Radwege an Landesstraßen finanziert werden.

Radweg wird in zwei Abschnitten realisiert

Der Bau soll in zwei Abschnitten realisiert werden, so Renate Gundlach, Pressesprecherin aus dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV. Erst  von Vielank nach Volzrade, dann weiter  bis nach Jessenitz. „Der Baubeginn wird davon abhängen, ob ein freihändiger Grunderwerb möglich ist oder aber ein zeitaufwändiges Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden muss.“ Die Verhandlungen sind für die kommenden Monate geplant. Für den ersten Bauabschnitt, der insgesamt 3,1 Kilometer lang ist, sind elf Eigentümer betroffen, davon eine Erbengemeinschaft. „Aufgrund der hohen Zahl der Betroffenen könnte sich die Realisierung deutlich verzögern“, heißt es dazu weiter aus dem Ministerium.  Das erste Teilstück wird auf der rechten Seite der L 06 Richtung Vielank verlaufen. Die Fläche aus Asphaltbeton erhält eine Breite von 2,50 Metern und einen Mindestabstand von 1,75 Metern als Sicherheitsstreifen  zur Straße. Der Vorentwurf zum Neubau  liegt derzeit  bis zum 5. Mai im  Bauamt in Lübtheen zur Einsicht aus.  Bürger können hier während der Dienstzeiten den Entwurf in Augenschein nehmen. Weiterer Bestandteil  des ersten Bauabschnittes ist der Bau eines gemeinsamen Geh- und Radweges in Vielank. Dieser soll  in Höhe des  Brauhauses an den dort bereits vorhandenen Geh- und Radweg anschließen.   

Für den zweiten Bauabschnitt Volzrade-Vielank habe es von Seiten  der Gemeinde keine Einwendungen gegeben, heißt es dazu aus dem Ministerium.   „Beim Grunderwerb sind drei Eigentümer betroffen, das Straßenbauamt hat sie bereits angeschrieben.“ Sofern ein freihändiger Grunderwerb möglich ist, wäre zeitnah ein Baubeginn möglich. „Genauer lässt sich der Zeitpunkt für den jeweiligen Baubeginn der beiden Bauabschnitte aus den genannten Gründen zurzeit nicht festlegen“, so Gundlach.

Das Ziel: Mit dem Rad von Schwerin an die ElbeDas große Ziel ist, mit dem Rad von Schwerin bis an die Elbe zu kommen. Für eine durchgehende Verbindung, jetzt von  Lübtheen-Dömitz – die in der Region – fehlen noch die Abschnitte Vielank-Woosmerhof an der L 06 und Woosmerhof-Heidhof an der L04. „Dafür gibt es bislang keine Planungen, da der Landkreis Ludwigslust-Parchim diese Maßnahmen für das Lückenschlussprogramm 2017-2018 nicht priorisiert hat“, so das Ministerium. Priorisierungen von Radwegebauvorhaben durch die jeweiligen Landkreise seien  bei den Lückenschlussprogrammen vorgesehen, weil die für den Radwegebau vorhandenen Finanzmittel begrenzt sind. „Da die neue Landesregierung eine Fortsetzung des Lückenschlussprogramms für 2019-2021 beschlossen hat, könnte das zuständige Straßenbauamt Schwerin perspektivisch die Planungen für die beiden noch fehlenden oben genannten Abschnitte aufnehmen, sofern der Landkreis diese Maßnahmen entsprechend hoch priorisiert.“

Sicherer Weg auch in Jessenitz gefordert

Weiter problematisch sei auch nach wie vor die Ortslage Jessenitz. „Ohne straßenbegleitenden Geh- oder Radweg geht es hier eigentlich nicht“, betont Frank Wein vom Lübtheener Bauamt. Es sei viel zu gefährlich auf der Straße zu fahren, vor allem bei dem Lkw-Verkehr. Das sehen auch die Anwohner, die ihre Gäste  mit einem großen Schild mit der Aufschrift: „Der Radweg L 06 muss kommen, oder müssen erste Menschen sterben?“ am Ortseingang begrüßen. Ob auch hier ein Radweg in Planung ist, sei noch nicht bekannt.

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