Kohlendioxidfreie Schule in Lübtheen : Lindenschule heizt fast zum Nulltarif

 <strong>In den  zwei Rohren links </strong>gelangt  die Wärme aus 180 Meter Tiefe in das Schulgebäude. Hausmeister  Reiner Wondrejz kontrolliert die Heizwerte täglich.<foto>Hennes</foto>
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In den zwei Rohren links gelangt die Wärme aus 180 Meter Tiefe in das Schulgebäude. Hausmeister Reiner Wondrejz kontrolliert die Heizwerte täglich.Hennes

Die Prognose für die heizkostenneutrale Lindenschule bewahrheitet sich: Lübtheen zahlt in diesem Jahr so gut wie keine Heizkosten. Auch in Wöbbelin plant das Schweriner Architekturbüro eine Kohlendioxidfreie Schule.

svz.de von
07. Januar 2013, 10:03 Uhr

Lübtheen | Plus minus null - so sollte die Rechnung für die Heizkosten der CO2 freien Schule in Lübtheen ausfallen. Die Messergebnisse nach der ersten Heizperiode von Oktober 2011 bis Ende April 2012 zeigen: Das Konzept ist aufgegangen. Fast. Lediglich 230 Euro muss die Stadt Lübtheen für die Heizkosten der Lindenschule im zurückliegenden Jahr bezahlen. Für Michael Richter, dem Projektleiter des beauftragten Architekturbüros Rossmann in Schwerin, bewegen sich die Zahlen in einem "gut vertretbaren Rahmen, denn früher zahlte die Schule 25 040 Euro pro Jahr für die Heizung". Das Schweriner Büro hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht, als es die Sanierung des maroden Plattenschulbaus in ein heizkostenneutrales Gebäude plante. Lübtheens Schule sollte die erste bundesweit sein, bei der die Grundwärmeversorgung ausnahmslos über Wärmepumpen erfolgt, die die Wärme aus 18 Erdsonden produziert.

Auch wenn die vielen Rohre und Ventile im Heizungskeller der Schule noch wie neu glänzen - für Hausmeister Rainer Wondrejz ist die Arbeit mit der neuen Technik heute längst Routine. Täglich steigt er morgens 6 Uhr in den Keller hinab und prüft den Druck der Rohre, durch die die 9 Grad warme Luft aus den 180 Meter tiefen Erdsonden strömt. "Alles im grünen Bereich", sagt er. "Bisher hatten wir noch nie irgendwelche Ausfälle." Sein Hauptaugenmerk richtet der Haustechniker vor allem auf den Computer, an dem er die Decken- und Fußbodenheizung in jedem einzelnen Klassenraum individuell einstellen kann. "Anfangs gab es Rückmeldungen von Lehrern und Schülern, wenn es zu kühl war. Aber darauf kann ich reagieren. Ich weiß, wie lange jeder einzelne Raum besetzt ist. Dementsprechend stelle ich die Werte ein."

Ursprünglich sollte der Strom für den Betrieb der beiden Wärmepumpen aus den Gewinnen der neuen Photovoltaikanlage auf dem Schuldach refinanziert werden. Weil die Stadt aber nicht, wie eigentlich geplant, Eigentümer ist, sondern die Anlage vermietet, fallen weniger Erträge für die Kommune ab. Deshalb, so Projektleiter Richter, bleibe der kleine Minusbetrag unter der Rechnung. Verlässliche Werte wird das Schweriner Büro jedoch erst in drei Jahren bekanntgeben. Bis dahin werden die Messungen regelmäßig wiederholt.

Mit dem Bau der Schule in Lübtheen werden etwa 116 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart. Das Projekt macht Schule. Auch in Wöbbelin plant das Schweriner Architekturbüro die Sanierung einer Grundschule zu einem Energie-Schul-Zentrum, welches am Ende sogar noch zusätzliche Energie produzieren wird. Aber das, so Michael Richter, sei noch Zukunftsmusik.

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