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Hagenower Kreisblatt

12. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Gosewerder : Lina will nach den Sternen greifen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Grundschülerin aus Gosewerder ist eine erfolgreiche Kaninchenzüchterin. Auf Bundesschau möchte sie nun Deutsche Meisterin werden

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 12:00 Uhr

Sie ist gerade einmal sieben Jahre alt und räumt dennoch einen Preis nach dem anderen ab. Lina Roock aus Gosewerder ist schon jetzt eine der erfolg-reichsten Kaninchenzüchterinnen im Bereich Jugend. Nicht nur in ihrem Heimatzuchtverein MV5 Grabow, auch landes- und bundesweit. Erst Ende Oktober gewann sie mit ihren Farbenzwergen in wildfarben den Kreismeistertitel in Grabow. Kurze Zeit später wurde sie Landesmeisterin Mecklenburg-Vorpommern bei der Landesschau in Gnoien und nun will sie bei der Bundesschau, am 16. Dezember in Leipzig, nach den Sternen greifen. „Im vergangenen Jahr wurde sie Dritte bei den Deutschen Meisterschaften“, erzählt Linas Vater Stefan Roock. „Wir hatten nur einen Punkt Rückstand.“ Der Ehrgeiz hat sie damals offenbar gepackt, dieses Jahr soll es der Meistertitel werden.

Zu ihrem Hobby kam die Siebenjährige allerdings nicht zufällig. Auch ihr Vater ist leidenschaftlicher Züchter. „Kaninchen hatten wir schon immer und irgendwann wollten wir es professioneller machen. Seit elf Jahren züchten wir sie auch“, erzählt der 32-Jährige. Dazu gehöre auch, dass man immer wieder zu Schauen fährt. „Lina war da schon immer mit dabei und ist dann wohl zwangsläufig mit reingerutscht.“ Mit fünf Jahren habe seine Tochter angefangen selbst Kaninchen zu züchten. Die Farbenzwerge in wildfarben hatten es ihr dabei besonders angetan. „Im ersten Jahr habe ich noch alles entschieden und sie rangeführt. Jetzt macht sie das aber eigenständig. Sie füttert die Tiere und sucht welche für Verpaarungen aus. Dabei lernt sie auch Eigenverantwortung.“

Lina selbst ist bei ihrer Leidenschaft höchst professionell und ganz Züchterin. So hätten ihre zehn Kaninchen, die sie zurzeit hält, beispielsweise keine Namen, sondern Nummern. Allerdings verrät sie: „Mein Lieblingskaninchen heißt Paul. Den mag ich besonders, weil er so gut ist. Er hat schon mal 97 und 96 Punkte gemacht, und das ist sehr schwer zu kriegen.“

Der Höchstwert bei so einer Kaninchenbewertung liegt bei 100 Punkten. „Das schafft man aber eigentlich nicht. Das Höchste was ich mal gesehen habe, ist 98 gewesen“, so Stefan Roock. Auch er tritt bei der Bundesschau in Leipzig an, mit seinen Zwergwiddern (weiß mit blauen Augen), Hellen Großsilbernen und Farbenzwergen (in den drei Farben: dunkel-eisengrau, schwarz-silber und blausilber).

Insgesamt haben die Roocks zurzeit um die 80 Kaninchen auf ihrem Hof. In der Zuchtperiode sind es dann schließlich bis zu 180. Klar, dass das Hobby von Vater und Tochter da längst zur Familiensache geworden ist. Auch der dreijährige Hannes ist schon mit dabei. „Er hilft fleißig beim Füttern mit und hat sich schon seine Rasse ausgesucht. Es werden Farbenzwerge in schwarz-silber.“, so Stefan Roock. „Aber laut Zuchtverband darf man erst ab fünf Jahren züchten.“

Mitmachen, heißt es deshalb wohl auch für Julia Roock. „Ich bin unterstützend dabei“, erzählt sie. „Ich übernehme dann auch mal das Füttern. Allerdings brauche ich dafür etwas länger.“ Denn die Kaninchen haben einen strengen Speiseplan. Zu schwer oder zu leicht dürfen sie nämlich nicht sein, das gibt Punktabzug bei der Bewertung. Bei der Fütterung muss also genau darauf geachtet werden, welche Tiere gerade ein bestimmtes Futter bekommen. So kann ein Futterdurchgang schon mal eine Stunde dauern, für den Profi. Ohnehin ist das Hobby der Familie zeit- und kostenintensiv. Allein für die Impfungen der Tiere geben die Roocks eine Menge Geld aus.

„Durch unsere Erfolge bei den Schauen rechnet sich das aber“, erklärt Stefan Roock. Die Tiere könnten zu guten Preisen verkauft werden. Sparen, beispielsweise an Impfungen, möchte er ohnehin nicht. „Die Leute, egal ob professioneller oder Hobbyzüchter, sollten ihre Kaninchen impfen lassen.“ Gerade habe die Kaninchenseuche RHD2 auch in der Umgebung für Verluste gesorgt. „Die Impfung ist daher wichtig, auch um die Verbreitung zu stoppen.“

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