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Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 04:46 Uhr

Hagenow : Liebhaber handgemachter Musik

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kantor Stefan Reißig würde gern, wäre es noch möglich, mal mit Johann Sebastian Bach eine Tasse Tee trinken und fachsimpeln

von
erstellt am 21.Jan.2017 | 05:00 Uhr

An der Ostseeküste groß geworden, erlebte der gebürtige Kühlungsborner Stefan Reißig mit 12 Jahren, wie in Satow eine Orgel komplett zerlegt und Stück für Stück wieder zusammengesetzt wurde. Das habe ihn geradezu elektrisiert für die Königin der Instrumente. Beim Eröffnungskonzert eine Zeitlang später habe er neben dem Organisten sitzen dürfen, erinnert sich der junge Mann, der heute Diplom-Kirchenmusiker ist und in Hagenow zum Kantor berufen worden sei. Lehrer für Musik und Religion sei er überdies. Klavier, Orgel und Gesang gehören somit zu seinem Tagesgeschäft.

Lärm um Nichts, ist etwas, dass das Nordlicht strikt ablehnt. Stattdessen liebt er handgemachte Musik, spielt seit 2009 sogar in einer Band zum Tanz auf. Gruppen wie AC/DC, Rolling Stones oder die Schlagersängerin Marianne Rosenberg gehören dann zum Repertoire.

SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortet der 32-Jährige die beliebten Fragen zum Wochenende. In dem imposanten Gotteshaus im Herzen der Stadt.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Wenn ich etwas will, suche ich einen Weg. Wenn ich etwas nicht will, einen Grund.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Unterm Dachfenster bei mir daheim auf dem roten Sofa, wo ich gern sitze und lese. Querbeet von Fachliteratur bis Trivialem.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als 14-Jähriger mit Orgelspiel auf einer Beerdigung.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich glaube für Noten.
Wo findet man Sie am ehesten?
In der Kirche und allen kulturellen Einrichtungen der Stadt wie Synagoge oder Museum.
Was stört Sie an anderen?
Politische Resignation und Jammern auf hohem Niveau. Dabei sind wir eines der reichsten Länder der Welt.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Mein damaliger Studien-Professor Markus Langer in Rostock. Er hat es glänzend verstanden, zwischen Theorie und Praxis sehr menschennah zu vermitteln. Er ist nicht abgehoben und ein wahres Organisationstalent. Letzteres wäre ich auch sehr gern. (lacht)
Was würden Sie gern noch können?
Handwerklich etwas besser zu sein, obwohl ich aus einer Tischlerfamilie komme.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Glück ist nicht provozierbar. Und man darf nicht darüber nachdenken, sonst ist es gleich wieder weg. Glück, das sind für mich unverhoffte Gegebenheiten positiver Natur.
Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Kopfmensch, der auch mal auf den Bauch hört. Und dann entscheidet.
Wonach suchen Sie im Leben?
Nach Erlebnissen, die die Gemeinschaft befördern. Ich bin gern ab und an auch mal ein Herdentier, nur selten Eigenbrödler.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Milch, Gemüse und Aufschnitt.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich hätte gern einen Flügel zu Hause, doch da muss ich noch ein bisschen sparen. (seufzt)
Wen würden Sie gern mal treffen?
Wenn es noch möglich wäre, den Komponisten Johann Sebastian Bach, um mit ihm einen Tee zu trinken. Mit ihm würde ich mich gern mal über seine Werke unterhalten, was ihn antrieb, sie zu verfassen.
Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Optimistisch
Wo ist für Sie Heimat?
Überall dort, wo meine Bücher und Noten sind.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Das war in Dänemark 1991 mit der ganzen Familie. Ich erinnere mich noch an den elterlichen Enthusiasmus, ihr kindliches Staunen. Ich habe dort meine Eltern auf eine ganz neue Weise kennengelernt. Wir waren gemeinsam über Mikrowelle und Geschirrspüler begeistert. So etwas kannten wir bis dato ja noch nicht.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Rückzugsorte und die Ruhe. Ich besitze beispielsweise keinen Fernseher.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Henry Gawlick, dem Hagenower Museumsleiter, oder den beiden Pastoren Thomas Robatzek und Volker Höppner von der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Hagenow.

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