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Betrüger im Raum Hagenow unterwegs : Lieber unfreundlich als leichtgläubig

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Polizei und Stadtwerke warnen: Unbekannte versuchen in der Neuen Heimat von Hagenow Stromverträge zu erschleichen.

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Bei den Verbrauchern flattern in diesen Tagen die Energie-Abschlussrechnungen für das Jahr 2016 ins Haus. Das wollen unseriöse Geschäftemacher für ihre Interessen ausnutzen.

„Wie sieht denn Ihre Energierechnung aus? Da geht doch bestimmt noch eine Einsparung.“ Diese Fragen stehen nämlich  immer am Anfang eines vermeintlichen Beratungsgespräches. Per Telefon oder an der Haustür versuchen sie in der Region Hagenow und Ludwigslust Unbedarften Verträge unterzujubeln.

So geschehen in der Neuen Heimat von Hagenow. Dort wohnt Angelika Gräf. Mitten in der Woche, an einem Nachmittag, standen Werber an ihrer Haustür, die ihr einen neuen Stromvertrag aufschwatzen wollten. „Es war ein ganz junges Pärchen. Sie sagten, dass sie wegen der Stromversorgung da wären. So erschlichen sie sich zunächst Eintritt in unseren Aufgang. Als sie dann vor unserer Wohnungstür standen, fragten sie, ob denn schon ein Mitarbeiter da gewesen wäre, was ich verneinte. Sie erweckten bei mir den Eindruck, als ob sie von den Stadtwerken kämen“, erzählt Angelika Gräf im SVZ-Gespräch. Als sie fragte, woher denn bei beiden kämen, antworteten die Fremden mit einer Gegenfrage. „Sie sind doch bei den Stadtwerken?“.

Doch die Hagenowerin hatte nicht die Absicht, ihren Energieanbieter zu wechseln, schon gar nicht mit einem Vertragsabschluss an der Haustür. „Als ich sagte, ich könne bei den Stadtwerken Hagenow ja anrufen, um nachzufragen, war das Gespräch beendet. Ich weiß, dass die dann noch an anderen Haustüren klingelten“, erzählt Angelika Gräf abschließend. Die Polizei rät in so einer Situation, einem Unbekannten an der Haustür lieber unfreundlich als leichtgläubig gegenüber zu treten.  

„Wir wissen, dass die Stadtwerke nicht losgehen, um die Kunden an der Haustür mit irgendwelchen Verträgen zu belästigen. Man kann sich den Ausweis der vermeintlichen Mitarbeiter zeigen lassen, muss man aber nicht, man kann die Fremden an der Haustür auch gleich wegschicken“, erzählt Michael Herhold, stellvertretender Chef der Kriminalpolizei im Hagenower Revier. Seriöse Anbieter melden sich nach seinen Worten schriftlich bei den Adressaten. Vielmehr sollte man Haustürgeschäfte tunlichst unterlassen oder dem Gegenüber immer ein gesundes Maß an Misstrauen entgegen bringen. Die Geschäftsführung der Hagenower Stadtwerke und die Kriminalpolizei erinnern in diesem Zusammenhang an einen weiteren Fall aus der vergangenen Woche. „Es gibt aufdringliche Verkäufer, die gleich in die Wohnung kommen, und die man dann nicht mehr los wird. Die Betroffenen haben die Polizei rufen müssen, um die Situation zu klären. Deshalb niemals Fremde in die Wohnung lassen, weil so auch das Risiko eines Diebstahl zu hoch ist“, macht  Michael Herhold deutlich.

„Grundsätzlich machen wir keine Haustürgeschäfte. Wir schreiben unsere Kunden an, wie in den vergangenen Wochen vielfach passiert. Es gingen die Jahresabschlussrechnungen raus“, erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Hagenow GmbH, Holger Klöhn. Wenn die Mitarbeiter des Unternehmens bei den Kunden die Zählerstände ablesen, können sie sich ausweisen. „Die Drückerkolonnen treten immer dann in Erscheinung, wenn unseren Kunden die Abschlussrechnungen des vergangenen Jahres vorliegen. Wenn sich jemand überrumpelt fühlt, und meint zu schnell einen Vertrag unterschrieben zu haben, kann er innerhalb von zwei Wochen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Außerdem stehen unsere Mitarbeiterinnen im Kundenzentrum und die Kollegen hier in der Bahnhofstraße bei Fragen gern zur Verfügung“, macht der Geschäftsführer deutlich.

Auch bei den Stadtwerken Ludwigslust-Grabow haben  besorgte Bürger angerufen, die ungebetenen Besuch hatten. Speziell in der Schweriner Allee seien offensichtlich Vertragswerber unterwegs gewesen, bestätigt Wulf-Peter Bosecke, Geschäftsführer der Stadtwerke. Er rät Kunden zur erhöhten Aufmerksamkeit, wenn ein neuer Vertrag angeboten werde und die Werber sich auch noch als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgäben. „Unsere Kollegen haben alle einen Ausweis dabei“, so Bosecke.

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