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Hagenower Kreisblatt

17. Oktober 2017 | 20:56 Uhr

Amt Neuhaus : Lichtzauber für wenige Minuten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wilhelm Hoop und Michi Sell aus Quickborn inszenierten das Feuerwerk beim Schützenfest. Sechs Kilo Sprengstoff gingen in die Luft

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Drei laute Böllerschüsse in die Nacht sind das Startzeichen: Eine große Menschenmenge versammelt am Burgwall, andere nutzen  die Gelegenheit und schauen von zu Hause aus dem Fenster. Da das Feuerwerk  von der Anhöhe des Burgwalls abgebrannt wird, ist es weithin zu sehen. Das farbenfrohe Spektakel am Freitagabend gehört schon lange zum Neuhauser Volks- und Schützenfest.

Goldene Fontänen sprühen zum Auftakt ihre Funken in die Luft, immer höher fliegen die Raketen und das Feuerwerk steigert seine Chorographie von Minute zu Minute bis zum Finale der ganze Himmel in ein Farbenmeer aus Lichtblitzen getaucht ist. Natürlich gibt es bewundernde „Ah's“ und „Oh's“ von den Zuschauern bei besonderen Effekten und Applaus als die letzte Rakete verglüht ist.

Gut vier Stunden zuvor sind Wilhelm Hoop und Michi Sell aus Quickborn bei Hamburg am Burgwall vorgefahren. In ihrem Transporter wartet die Pyrotechnik auf ihren Einsatz am Abend, circa sechs Kilo Sprengstoff wollen die beiden in die Luft schießen. „Mein Sohn Benjamin hat alles für heute ausgewählt und zusammengepackt. Er selbst fährt heute Nacht nach Mannheim zu den ,Pyro Games’“, berichtet Wilhelm Hoop. Benjamin Hoop ist ein Großer in der Feuerwerker-Szene und hat schon mehrfach den deutschlandweiten Wettbewerb der Pyrotechniker „Pyro Games“ mit seinen Musik- und Feuerwerkshows gewonnen. Um Pyrotechniker zu werden, bedarf es einer besonderen Ausbildung mit hohen Sicherheitsauflagen. 26 Mal muss man bei großen Feuerwerken mithelfen und eine staatliche Prüfung ablegen. „Mein Sohn Benjamin wollte das von klein auf machen. Um ihn zu unterstützen, bin ich auch in die Firma eingestiegen“, erzählt Wilhelm Hoop, der eigentlich technischer Angestellter ist und auch die entsprechende Ausbildung zum Feuerwerker gemacht hat. Vom Feuerwerksvirus infiziert ist auch Michi Sell, der heute als Helfer dabei ist: „Feuerwerk ist mein Hobby, wann und wo es nur geht. Das ist einfach nur faszinierend, wenn man bei so großen Feuerwerken wie beim Hamburger Dom dabei sein kann.“ Für ein schönes Silvesterfeuerwerk würde er schon mal tausend Euro in die Luft ballern, gesteht Michi Sell.

Auf drei unterschiedlichen Positionen wird das Feuerwerk aufgebaut. Außen rechts stehen die Kugelbomben, die aus Mörsern verschossen werden. Wilhelm Hoop verkabelt jede einzelne Kugelbombe mit einem Draht, der zu einem Schaltkasten in der Nähe führt. „Das Feuerwerk wird elektrisch gezündet, über einen Sender kann ich per Hand jede einzelne Kugelbombe zünden“, zeigt Wilhelm Hoop. Dementsprechend unterschiedlich dauert auch das Feuerwerk, an diesem Abend ist nach rund acht Minuten der Zauber vorbei. Derweil bestückt Michi Sell ein Brett mit unterschiedlichen Batterien. In den unscheinbaren Papphülsen verbergen sich die tollsten Effekte wie Chrysanthemen, Fontänen und Heuler. „Das hier ist besonders beliebt: ,Monster King’ schießt Sterne und Lichtblitze, die mit unheimlichem Geheul umher sausen“, beschreibt Michi Sell.

Ein bisschen Aufregung, ob denn auch alles klappt, gehöre mit dazu, bekennt Wilhelm Hoop: „Natürlich ist man vor großen Events aufgeregter. Aber auch hier gibt es das Kribbeln in den Minuten vor dem Start. Schön ist für uns, wenn viele Leute kommen, um unser Feuerwerk zu sehen. Und wir freuen uns über den Applaus.“

 

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