Sicherheit für Schülertransport in Bahlen : Licht am Ende der Bushaltestelle

<fettakgl>Nach einem Verkehrsunfall</fettakgl> im November 2012 mit einem Schulkind an der B 195 war Annette Bein wütend und enttäuscht zugleich. Jetzt kann die junge Mutter endlich aufatmen.
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Nach einem Verkehrsunfall im November 2012 mit einem Schulkind an der B 195 war Annette Bein wütend und enttäuscht zugleich. Jetzt kann die junge Mutter endlich aufatmen.

Unhaltbar, beschreibt das, was sich an der Bushaltestelle in Bahlen abspielt. Wenn die Kinder nach dem Unterricht nach Hause kommen, müssen sie aus dem Bus springen und landen auf unbefestigtem Boden.

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29. März 2013, 06:24 Uhr

Bahlen | Besorgte Eltern können endlich aufatmen. Es scheint eine Lösung in Sicht, für die sie bereits seit Jahren kämpfen und aus Versprechungen immer wieder Hoffnung schöpfen. Dabei handelt es sich um die Zustände einer Bushaltestelle unmittelbar an der B 195 im Ortsteil Bahlen.

Unhaltbar, beschreibt in aller Kürze das, was sich hier an jedem Schultag abspielt. Wenn die Kinder nach dem Unterricht aus Boizenburg wieder nach Hause kommen, müssen sie aus dem Bus springen und landen auf unbefestigtem Boden. Danach braucht es ihre größte Aufmerksamkeit, wenn sie auf die andere Straßenseite wollen. Dicht an dicht passieren die Fahrzeuge diese Bundesstraße in diesem innerörtlichen Verlauf, wie auch gestern Mittag.

Mütter verfolgen jedes Mal aufs Neue angstvoll dieses Szenario. Sie fürchten um die Sicherheit ihrer Mädchen und Jungen. Dann geschieht tatsächlich ein Verkehrsunfall. Eine ältere Frau hinterm Steuer eines Pkw fährt im November 2012 ein Kind an. Zum Glück bleibt es bei leichten Prellungen und einem gehörigen Schrecken. Der fährt auch Annette Bein durch die Glieder.

Sie ist Augenzeugin und gehört zu jenen Müttern und Vätern, die in ihren Bemühungen für vernünftige Bedingungen an eben dieser Stelle und damit mehr Sicherheit ihrer Schulkinder nicht müde werden. Oft schon hatte Bürgermeister Harald Jäschke in der Vergangenheit erklärt, dass die Stadt tätig werden wolle. Auch in der Stadtvertretung ist dieses Problem regelmäßig ein Thema. Das Gremium sieht fraktionsübergreifend Handlungsbedarf. Vor allem auch Rainer Wilmer (BfB) und Heinz Gohsmann (SPD) sind hier engagiert bei der Sache. Nach mehreren Anläufen und Versuchen, in denen verschiedene Varianten am Ende noch einmal allgemeine Irritationen hervorrufen, machen die Stadtvertreter erst im Sommer vergangenen Jahres und danach jetzt im Februar zwei entscheidende Schritte in Richtung der Baumaßnahme Bushaltestelle in Bahlen. Sie verneinen einem in diesem Zusammenhang ins Gespräch gebrachten 230 Meter langen Gehweg für 150 000 Euro, zu Gunsten eines deutlich bescheideneren Projektes mit einem Kostenrahmen von 30 000 Euro.

Da sich die Haltestelle an einer Fernstraße für den überregionalen Verkehr befindet, sind der Stadt die Hände gebunden. Sie braucht grünes Licht von der zuständigen Verwaltung. Dagmar Poltier erhält den Auftrag, mit der betreffenden Behörde über eine Beteiligung ihrerseits an den Kosten für die Errichtung der Haltestelle zu verhandeln. Die Fachbereichsleiterin Bau und Ordnung ist offensichtlich erfolgreich. "Eine entsprechende Vereinbarung hat den Hauptausschuss passiert", verkündet Bürgermeister Harald Jäschke auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter. Der Bau könne im Sommer beginnen.

Boizenburg erhält die Zustimmung von weit oben. Der Partner ist kein Geringerer als die Bundesrepublik Deutschland, die sich in der Maßnahme Bushaltestelle Bahlen vom Land Mecklenburg-Vorpommern vertreten lässt, für das wiederum der Leiter des Straßenbaumates Schwerin, Baudirektor Thomas Taschenbrecker, spricht.

In der Vereinbarung, die unserer Redaktion vorliegt, kommen beide Seiten überein, "zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und zur Erhöhung der Sicherheit des öffentlichen Personenverkehrs, besonders des Schülertransports, die Errichtung einer Aufstellfläche für eine Bushaltestelle entlang der Bundesstraße 195 im Ortsteil Bahlen als gemeinschaftliche Baumaßnahme zu realisieren". Die Vereinbarung basiert auf dem Bundesfernstraßengesetz und die Ortsdurchfahrtenrichtlinie und regelt u.a. auch, dass die Stadt für Planung, Ausschreibung, Vergabe und Bauüberwachung zuständig ist. Die Abnahme des Objektes soll dann gemeinsam erfolgen. Nach seiner Fertigstellung hat die Stadt die Unterhaltung und Instandhaltung der Aufstellfläche für die Bushaltestelle zu übernehmen.

"Das machen wir", versichert Dagmar Poltier. Auch wenn die Höhe der Kostenteilung noch nicht genau fest steht, ist sie zuversichtlich, dass diese unendliche Geschichte nun ein gutes Ende findet. "Das Straßenbauamt ist mit im Boot. Das Geld liegt bereit. In Kürze erteilen wir in Abstimmung mit der Stadtvertretung den Bauauftrag", sagt sie. "Gott sei dank, dann haben sich ja unsere ganzen Anstrengungen doch noch gelohnt. Unserer Kinder wegen sind wir sehr froh, dass es nun los geht", sagt Annette Bein überglücklich am Gründonnerstag. Auch wenn sie es erst wirklich glauben mag, wenn sie die Bauleute mit eigenen Augen bei der Arbeit sieht.

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