zur Navigation springen

Erzeuger aus Boddin beklagen Ertragsausfall von 50 Prozent : Letztes Kapitel der Apfel-Missernte

vom

Die Boddiner Obstproduzenten schlagen derzeit das letzte Kapitel der diesjährigen Apfel-Missernte auf. Das Unternehmen hat in diesem Jahr 50 Prozent Ernteverlust hinzunehmen müssen.

Boddin | Nachdem die Äpfel der Sorte "Elstar" ein letztes Bad genommen haben, gehen sie gut getrocknet und herausgeputzt auf die letzte große Reise zu den Verbrauchern. Doch Spaß beiseite, was sich so lustig anhört, ist im Augenblick Arbeitsalltag in den Hallen der Boddinobst GmbH. Die Boddiner Obstproduzenten schlagen derzeit das letzte Kapitel der diesjährigen Apfel-Missernte auf und vermarkten ihre verlustreiche Ernte.

Nach den Worten des Prokuristen der Boddinobst GmbH, Günter Brandt, hat das Unternehmen in diesem Jahr 50 Prozent Ernteverlust hinzunehmen, auf Landesebene fuhren die Apfelanbauer in dieser Saison nur rund ein Drittel einer durchschnittlichen Ernte ein. Günter Brandt hat die Zahlen im Kopf, ist er doch gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse.

"Die herben Verluste als Resultat von späten Frösten in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai zehren doch sehr an der finanziellen Substanz der Firmen und dürfen sich in den kommenden Jahren auf keinen Fall wiederholen", macht Brandt deutlich.

Die aktuelle Situation bei den Apfelproduzenten bedeutet nicht, dass die Verbraucher auf ihre geliebten Äpfel verzichten müssen oder gar nur einen halben Apfel bekommen. Nein, die gute Nachricht heißt: Jeder, der einen rotbackigen und knackigen Weihnachtsapfel haben möchte, wird auch einen oder gar mehrere bekommen. Und die Wahrscheinlichkeit, im Supermarkt um die Ecke hochwertige Ware gerade aus Boddin zu bekommen, ist gar nicht so gering. Die Mitarbeiter haben derzeit an den Sortier- und Verpackungsmaschinen alle Hände voll zu tun. Dabei geht es im Augenblick um so genannte Legeware. Jeder Apfel wird dabei fast wie ein rohes Ei behandelt, gewaschen, digital vermessen und dann nach Größen sortiert in spezielle Stiegen einzeln verpackt. "Wir arbeiten mit großen Vermarktern zusammen, um den Lebensmitteleinzelhandel bedienen zu können. Auf dem Herkunftsnachweis steht: Äpfel aus Mecklenburg-Vorpommern", ist von Brandt zu erfahren.

Bevor die Äpfel in die Stiegen kommen, müssen die einzelnen Früchte nach Größen sortiert werden: 60, 65, 70, 75 und so weiter in Fünfer-Schritten bis zu 90 Millimetern. Äpfel der Größe ab 75 Millimeter gehen dann als so genannte gelegte Ware, also als Qualitätsapfel, an den Handel. Des Deutschen liebster Apfel ist der "Elstar", und den bereiten die Boddiner für die Vermarktung vor. Gleichzeitig bereiten sich die Anbauer auf das nächste Frühjahr vor. Um auf späte Frühfröste gewappnet zu sein, installieren die Boddin spezielle Beregnungsanlagen. Doch bis die möglicherweise zum Einsatz kommen, vergehen noch einige Monate.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Dez.2011 | 09:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen