Teldau : Leidenschaft für Bio-Obst

Heinz Thümmrich inspiziert seine Apfelplantage.
Heinz Thümmrich inspiziert seine Apfelplantage.

Heinz Thümmrich lädt am Sonntag in seine Büdnerei in Groß Timkenberg ein / Hofpräsentation bei Kaffee und Kuchen

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06. August 2015, 08:00 Uhr

Am Sonntag dürfte es wieder voll werden in Groß Timkenberg. Die dortige BioObst-Büdnerei lädt im Büdnerweg 1 von 13 bis 17 Uhr zum zweiten Tag des offenen Hofes ein. Betreiber Heinz Thümmrich stellt persönlich die Vielfalt seines kleinen Bioland-zertifizierten Betriebes vor und erläutert die Besonderheiten der biologischen Wirtschaftsweise im Gemüse- und Obstbau. Neben Führungen zu der kleinen Obstanlage und zu den Gemüsefeldern der alten Büdnerei können die Besucher leckere Heidelbeeren und Johannisbeeren kaufen oder selber pflücken und bei Kaffee und Kuchen den hofeigenen Apfelsaft probieren.

„Es ist für mich sehr wichtig, dass die Leute hierher kommen, den Betrieb und mich kennenlernen und sehen, wie ich wirtschafte. Dass eine Vertrauensbasis entsteht, ist gerade im Bio-Bereich wichtig“, betont Thümmrich. Sich umzuschauen und Erkundigungen einzuholen, sei deshalb jederzeit möglich.

Auf den Flächen seines Obsthofes, der ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe ist, baut der gelernte Landwirtschaftsmeister nach eigenen Angaben auf etwa zwei Hektar verschiedene Obstsorten, unter anderem Äpfel, Rote, Schwarze und Weiße Johannisbeeren, Heidelbeeren und Stachelbeeren an. Aus den Obstsorten stellt der gebürtige Rheinländer auch verschiedene Fruchtaufstriche her. Die Gesamtfläche des noch im Aufbau befindlichen Betriebes liegt bei rund sieben Hektar. Neben Grünland baut der 52-Jährige auf einer Teilfläche zudem Bio-Kartoffeln in verschiedenen Sorten an. Neben der Vermarktung über das Ökologische Obstbauzentrum Norddeutschland in Jork bei Hamburg kann das Obst direkt ab Hof erworben werden. Wer möchte, darf die Heidel- und Johannisbeeren auch selbst pflücken.

Die alte Büdnerei hat Heinz Thümmrich 1991 gekauft. „Ein Bekannter hatte hier im Mecklenburgischen einen Landwirtschaftsbetrieb übernommen, und da war ich im Sommer 1990 mal hier oben“, erzählt der Bioobstbauer. „Es hat mir gut gefallen. Und da ich schon immer ein eigenes Haus haben wollte, fiel die Entscheidung nicht schwer“, fügt er hinzu. Während er noch in Nordrhein-Westfalen in der Landwirtschaft - u.a. in Biobetrieben- tätig und auch viele Jahre für die Pflege eines Golfplatzes zuständig war, steckte er das dort verdiente Geld über Jahre in sein Haus und restaurierte das Anwesen an den Wochenenden und im Urlaub.

Als alles fertig war, wagte Heinz Thümmrich den Neustart. „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf meine bisherige Tätigkeit. Ich hatte den Hof und wollte nun etwas Eigenes machen“, sagt der in Burscheid Aufgewachsene.

Seinen Hof managt er allein. „Ich bin Einzelkämpfer“, sagt er lachend. Für die Obsternte hat er feste Helfer und Unterstützung von den Nachbarn aus dem Dorf. Einen festen Kundenstamm besitzt Thümmrich bereits. Er ist mit seinem Obst auf Märkten und Hoffesten präsent, um seine Waren direkt den Endkunden anzubieten.

Die Vorbereitungen für den Tag des offenen Hofes laufen derweil auf Hochtouren. Fünf große Kuchenbleche bei einer Bäckerei in Gadebusch sind bestellt, weitere selbst gebackene Kuchen steuern Bewohner des Ortes und ein Jungbäcker aus Gallin bei. Der bringt zum Hoffest im Garten rund um das Haus zudem in einem Holzofen gebackenes Brot sowie Baguette mit. Der Nachbarbetrieb Gülzer Geißen bietet den Besuchern Ziegenkäse, der Hausimker aus Schwartow Honig an. Eine Töpferin aus Blücher ist ebenfalls dabei.

„Das wird schon ganz nett. Ich baue ein kleines Zelt auf, falls es Regen gibt. Ich zeige den Gästen den Hof und die Plantagen, erkläre dann, was ich für Bäume und Sträucher gepflanzt habe und spreche über meine Vorhaben“, sagt Thümmrich.

Vorstellen will er auch seine Neuanpflanzung Aronia, auch Apfelbeere genannt. Die erbsengroßen, schwarzen Früchte, die ab Mitte August bis Oktober geerntet werden können, schmecken süß-säuerlich-herb und ähnlich der Heidelbeere. Die Beeren werden entweder getrocknet oder zu Saft verarbeitet. Aufgrund des hohen Vitamingehalts gelten sie als gesundheitsfördernd. Von der Sorte hat Thümmrich zunächst 75 Stück zu Testzwecken gepflanzt. Die Anbaufläche soll aber definitiv größer werden.

Nach der erfolgreichen Premiere des Offenen-Hof-Tages 2014, als mehrere Hundert Besucher zu der alten Büdnerei nach Groß Timkenberg kamen, steht eines bereits fest: Statt der ursprünglich alle zwei Jahre geplanten Betriebspräsentation gibt es sie jetzt in jedem Jahr.

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