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Boizenburger Rentnerin ist Betrugsopfer : Leichtgläubigkeit, die 22 000 Euro kostet

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Einen der schlimmsten Betrugsfälle der Region konnte nun die Boizenburger Polizei aufklären. 22.000 Euro überwies eine Rentnerin an Betrüger, die sich erst als Bankmitarbeiter, später als Kriminalbeamte ausgaben.

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erstellt am 06.Feb.2013 | 07:55 Uhr

Ludwigslust/Boizenburg/ Parchim | Die Polizei in Boizenburg hat in dieser Woche dank eines aufmerksamen Mitarbeiters an einem Postschalter einen der schlimmsten Betrugsfälle der vergangenen Jahre gegen leichtgläubige Rentner aufgedeckt: Eine 75-jährige Frau aus Boizenburg ist durch skrupellose Gewinnspielbetrüger um ungefähr 22 000 Euro geprellt worden. Ein erneuter Versuch, sie um weiteres Geld zu erleichtern, scheiterte am vergangenen Dienstag.

Seit Anfang November letzten Jahres meldeten sich die Täter mehrfach bei der Seniorin und stellten ihr zunächst einen Geldgewinn von 75 000 Euro in Aussicht, den sie bei der Lotterie eines namhaften Verlages gewonnen haben soll. Dabei hatte die Frau nie an einem Gewinnspiel teilgenommen.

Die Betrüger, so berichtete die ermittelnde Polizei, gaben sich zunächst als Bankmitarbeiter aus, die für die Abwicklung des Geldgewinnes zuständig seien. Für die Überweisung seien angeblich Transfergebühren fällig, die auf ein ausländisches Konto überwiesen werden sollten. Nach Aussagen des Opfers klang alles sehr glaubhaft, so dass sie in zwei Raten insgesamt 6500 Euro überwies. Daraufhin änderten die Betrüger ihre Taktik. Sie riefen abermals bei der Frau an und gaben sich nun als Kriminalbeamte aus. In dem Telefonat wurde der Frau erzählt, dass sie Opfer von Gewinnspielbetrügern geworden sei. Nun wolle man gegen die Täter ermitteln und der Frau das verlorene Geld zurückbringen. Für die angeblichen Ermittlungen im Ausland solle die Frau Geld mit der Briefpost an eine übermittelte Adresse in die Türkei übersenden. In bislang vier bekannten Fällen hatten die Betrüger die Frau so zur Überweisung von insgesamt über 15 000 Euro überredet. Erst ein erneuter Versuch am Dienstag konnte vereitelt werden.

Die Frau wollte den Betrügern abermals 4500 Euro Bargeld mit der Briefpost schicken, als ein Mitarbeiter am Postschalter misstrauisch wurde und sich Rat bei der Polizei holte. Die Kriminalpolizei in Boizenburg ging der Angelegenheit sofort nach und deckte den aktuellen Betrugsversuch schließlich auf. Da die Postsendung noch rechtzeitig gestoppt werden konnte, entstand der Senioren dieses Mal kein Schaden, sie erhielt ihr Geld zurück.

Leider sind durch diese perfide und dreiste Betrugsmasche in der Vergangenheit immer wieder Senioren um zum Teil hohe Bargeldbeträge geprellt worden. So im Oktober letzten Jahres in Goldberg, als dort eine Rentnerin um etwa 20 000 Euro betrogen wurde. Auch bei Parchim wurde letztes Jahr ein Mann um 10 000 Eurogeprellt.

Zur Verhinderung solcher Straftaten rät die Leiterin der Boizenburger Kriminalpolizei, Anke Dahlenburg, dass Familienangehörige sofort ins Vertrauen gezogen werden sollten, wenn am Telefon für versprochene Sach- oder Geldgewinne Bargeld verlangt wird. Dabei setzt die Polizeihauptkommissarin insbesondere auf die soziale Kompetenz innerhalb der Familien. "Wirksam kann man sich vor solchen Betrugsdelikten schützen, wenn die bekannten Betrugsmaschen innerhalb der Familien und der Verwandtschaft thematisiert werden, um lebensältere Familienmitglieder so entsprechend aufzuklären und zu sensibilisieren", so Anke Dahlenburg.

Laut Polizeisprecher Klaus Wiechmann gibt es in den vergangenen Monaten eine Tendenz, ahnungslose Menschen mit angeblichen Gewinnen zu ködern. "Offenbar scheint die Masche mit den Enkeltrick jetzt langsam ausgedient zu haben, jetzt sinnen die Täter auf neue Tricks. Und leider haben sie bisher in zu vielen Fällen auch Erfolg damit."

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