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Hagenower Kreisblatt

18. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

Jobcenter : Leicht sinkender Druck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt hilft auch Hartz IV-Empfängern. Mobilität wird immer mehr zum Ko-Kriterium

von
erstellt am 22.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Langzeitarbeitslose, Aufstocker, Bedarfsgemeinschaften, Bezieher von Hartz IV, Leistungsempfänger - all diese Begriffe stehen für aktuell mehr als 17 720 Menschen im Landkreis, die von einer großen Behörde betreut werden: dem Jobcenter. Das legte gestern seine Jahreszahlen vor und und zog in nahezu allen Bereichen eine positive Bilanz. Das liegt vor allem an der dauerhaft günstigen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis. Seit 2005 ist die Arbeitslosigkeit auch im Bereich des Jobcenters um 47,5 Prozent zurückgegangen. Und das liegt nur zu einem geschätzten Anteil von zehn bis 15 Prozent an der Demographie, wie Center-Chef Hagen Liedtke berichtete. „Wir haben einfach mehr Angebote auf dem Arbeitsmarkt und das wirkt sich aus.“

Geringere Arbeitslosigkeit wirke sich zunächst im Bereich der Bundesagentur für Arbeit und den Empfängern von Arbeitslosengeld II aus. Doch wenig später seien die Effekte auch im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters deutlich zu spüren, weil in vielen Bereichen nach Arbeitskräften verlangt werde.

Positiv: Die Zahl der so genannten Aufstocker ist deutlich rückläufig. Das sind die Menschen, die trotz Arbeit nicht von ihren Einkünften leben können und Hilfe vom Staat bekommen. Im Februar 2015 waren 3758 Aufstocker im Landkreis registriert, ein Jahr früher waren es noch 4239 gewesen. Obwohl es gestern dazu noch keine neueren Zahlen gab, geht man im Jobcenter davon aus, dass die Aufstocker-Zahl weiter gesunken ist. Das liegt vor allem am deutlich verbesserten Angebot auf dem Arbeitsmarkt. 16 Prozent der Aufstocker verdienten nur bis zu 450 Euro im Monat, weitere 30 Prozent lägen im Bereich von 850 Euro.

Rückläufig sind die Zahlen auch bei der Jugendarbeitslosigkeit, allerdings häufen sich hier bei den verbleibenden Jugendlichen die Sorgen. Sehr viele haben entweder keinen oder einen sehr schlechten Schulabschluss. Viele sind zudem nicht ausbildungsreif. „Was wir immer mehr merken, ist das Problem der fehlenden Mobilität, und das nicht nur bei Jugendlichen. Ohne Führerschein und Auto ist die Vermittlung oft extrem schwer. Das gilt auch für die älteren Erwerbsempfänger“, berichteten Liedtke und Lothar Michael von der Bundesagentur für Arbeit. Zwar gäbe es im Einzelfall auch Finanzierungshilfen, doch beim Thema Mobiliät schieden sich die Geister. Zum Jobcenter gehören aktuell 250 Mitarbeiter von denen 114 vom Landkreis, die anderen von der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden. Gemessen am Spitzenwert von 283 Mitarbeitern ist die Zahl der Beschäftigten damit ebenfalls leicht gesunken.

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