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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 17:53 Uhr

Hagenow : Leerstand auf einstiger Bummelmeile

vom

Zu kleine Verkaufsflächen, keine Parkplätze, zu wenig Laufkundschaft: Geschäfte in der Langen Straße in Hagenow kämpfen um ihre Existenz. Stadt versucht, das obere Ende wieder zu beleben.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 11:03 Uhr

Hagenow | Zu kleine Verkaufsflächen, keine Parkplätze, zu wenig Laufkundschaft: Geschäfte in der Langen Straße kämpfen um ihre Existenz, seit das Einkaufzentrum im Klunk in Hagenow existiert. Manche geben auf, wie zuletzt Konsum und Schlecker. Die Folge: verbreiteter Leerstand vom Museum bis zum Rathaus. Andere wiederum siedeln sich neu an wie Foto Scherer und der Zweiradspezialist Bike Factory, der nach der Umbauphase der ehemaligen Konsum-Räume in Hagenow eröffnen will. Kleine Lichtblicke. Doch die Stadt hat Probleme, wieder Leben in die Bummelmeile zwischen den Altbauten zu bringen.

"Das Kaufverhalten hat sich ins Center im Klunk verlagert", sagt Hagenows Wirtschaftsförderer Rüdiger Becken. Ausreichend Parkplätze davor, viele Läden unter einem Dach - alles Argumente für einen Einkauf im Klunk. Doch die Stadt steht weiter in regem Kontakt mit Maklern und potenziellen Investoren für Geschäfte in der Innenstadt, auch wenn es nicht einfach sei. "Viele suchen Verkaufsflächen, die größer sind als 400 Quadratmeter", bedauert Becken. Die meisten Läden böten weniger Kapazitäten. Ein weiterer Aspekt seien die wenigen und gebührenpflichtigen Parkplätze in Nähe der Lange Straße. Oder der Zuschnitt stimme nicht: Treppen etwa schaffen Barrieren und sind nur mit Aufwand und Kosten zu beseitigen.

Ursula Scherer hat geeignete Räume gefunden. Seit zwei Wochen ist ihr Fotostudio geöffnet, und die Geschäftsfrau lässt sich nicht abschrecken. Im Gegenteil: "Ich erwarte mehr Laufkundschaft, als zuvor in der Bahnhofstraße", sagt die Inhaberin. Eigentlich sei im Februar und März die umsatzschwächste Zeit. Und bislang könne sie sich nicht beklagen. Allerdings findet sie, genauso wie andere Geschäftsleute der Einkaufstraße, dass einige Auflagen der Stadt die Situation nicht gerade einfacher machen. So sei zum Beispiel ihr vorbereitetes Werbeschild zehn Zentimeter zu lang gewesen, um es zu befestigen.

Die Stadt jedenfalls bleibe dran, will die Innenstadt beleben, so Rüdiger Becken, der gerade das aktuelle Einzelhandelskonzept Hagenows von Ende 2011 vor sich liegen hat. Hohe Priorität habe die Neuansiedlung eines Lebensmittelmarktes, den es nach der Schließung des Konsums in der Langen Straße nicht mehr gibt. Ein Manko vor allem für ältere oder gehandicapte Anwohner, für die der Weg bis zum Klunk oft zu weit ist. Mit einem Interessenten für ein solches Geschäft in Höhe des Rathauses ist die Stadt noch in Verhandlung. Nach Informationen der SVZ prüft dieser sehr genau, ob sich eine Investition in der ruhiger gewordenen Straße lohnt.

Die Stadt würde es freuen, zumal Rüdiger Becken genau darin einen Ansatz für die Belebung der Straße sieht. "Wir bräuchten eigentlich ein zweites Center in Höhe des Rathauses. Als Klammer sozusagen." Das könnte Anreize schaffen, wieder weiter zu bummeln, als nur bis zur Drogerie Rossmann. Gleiches Ergebnis könnte auch die Wiedereröffnung des sanierten Ratskellers erzielen, so eine Hoffnung des Wirtschaftsförderers. Mit Sommerterrasse auf dem Rathausplatz.

Die Sanierung des historischen Gebäudes läuft, und auch Miet-Interessenten hätten sich gemeldet, so Eigentümer Hendrik Kauschka. "Aber wir legen Wert auf ein geeignetes Konzept." Ein Café, Bistro oder eine Kneipe könnte er sich vorstellen. "Es sollte in jedem Fall den Platz beleben." Und das war bei den bisherigen Anfragen nicht der Fall. Fest steht schon, dass bis Ende des Jahres eine Pension in der oberen Etage des Ratskellers entstehen soll - drei barrierefreie Räume sind geplant.

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