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Hagenow : Leere Briefkästen wegen falscher Adressen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bezirksumstellung offenbart Tücken für die Zusteller. Hausnummern müssen richtig und gut sichtbar sein

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Viele Briefkästen in der Hagenower Region sind seit unserer Bezirksumstellung Anfang April leer geblieben, Zeitungen später oder nur mit großem Aufwand der Zusteller angekommen. Das Problem: Fehlende oder falsche Hausnummern, versteckte oder namenlose Briefkästen. Vor allem aber sind die Adressen etlicher Abonnenten nicht mehr aktuell.

Bisher war das kaum aufgefallen, weil die Zusteller nach mitunter Jahrzehnte langer Arbeit ihr Gebiet kannten und wussten, wer wo wohnt. Da unsere Zustellgebiete aber am 1. April neu verteilt und vergrößert wurden, sind vielerorts neue Zusteller in der Region unterwegs, die jetzt Schwierigkeiten haben, so manchen Anwohner zu finden. Schwerpunkte der letzten Tage sind Zarrentin, Lassahn, Hoort, Alt Zachun oder die Gemeinde Wittendörp. Auffällig ist, dass in einigen dieser Gemeinden vor wenigen Monaten die Straßennamen umbenannt wurden, um Dopplungen zu vermeiden.

14 Stunden ist Sieglinde Birk am Sonnabend für drei Routen durch Zarrentin, Lassahn und Neuenkirchen unterwegs. Doppelt so lange wie gewöhnlich, von morgens um drei bis nachmittags um vier. Jeder dritte Haushalt habe kein Namensschild am Briefkasten oder diesen schlecht sichtbar hinten auf dem Hof angebracht, sagt die Zustellerin. Oft fehlt aber auch die Hausnummer, manchmal ist sie falsch oder schlecht sichtbar montiert. „An manchen Häusern sind sogar zwei, drei Nummern dran und keine davon ist richtig“, sagt Sieglinde Birk. Trotz emsigen Suchens mit Taschenlampe ums Haus, trotz Nachfragen bei Nachbarn – etwa 20 ihrer Abonnenten kann die Zustellerin auch nach aufwendigen Recherchen vor Ort nicht beliefern. Und dann erntet sie noch Beschimpfungen und Drohungen, weil sie im Dunkeln um die Häuser schleicht. Ihre Vorgängerin war 26 Jahre in den Orten unterwegs, sie kannte die Region und die Menschen.

Zarrentin ist nur ein Beispiel für die Probleme. Vertriebsinspektor Marcus John verzeichnet etliche fehlerhafte oder falsche Adressen in der Region und bittet nun darum, dass jeder Abonnent prüft, ob er uns die richtige Anschrift mitgeteilt und den aktuellen Namen am Briefkasten angebracht hat. Aber auch die „Hausnummern sind richtig und gut sichtbar anzubringen“, betont Dirk Schiewer vom Zarrentiner Ordnungsamt. Das sei auch wichtig für den Rettungsdienst, der jeden schnell und problemlos finden muss. Deshalb seien die Straßen schließlich umbenannt worden. Wer nun keine oder eine falsche Nummer am Haus hat, ist aber nicht nur schwerer zu finden von Post, Rettungsdienst und Zustellern. Derjenige begeht zudem eine Ordnungswidrigkeit, die vom Amt geahndet wird.

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