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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 20:50 Uhr

Zarrentin : Lebensretter aus Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

DLRG-Gruppe Zarrentin hat Nachwuchsnot Verschworene Truppe mit starkem Teamgeist opfert viele Stunden Freizeit im Ehrenamt

von
erstellt am 29.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Rettungstaucher machen einen gefährlichen Job. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, Ortsgruppe Zarrentin, hat vier dieser mutigen Froschmänner, ein zusätzlicher befindet sich derzeit in Taucher-Ausbildung, drei weitere wollen ebenfalls Einsatztaucher werden. Das ist wahrlich kein Job für Weicheier sondern nur für harte Kerle. Zumal das Ehrenamt viel Freizeit bindet.

„Ostersonntag haben wir beispielsweise über zwölf Stunden lang im Neumühler See bei Schwerin einen mutmaßlich Ertrunkenen gesucht. Gefunden haben wir ihn leider nicht“, berichtet Mathias Meier. Der junge Mann ist seit 2008 Technischer Leiter der Zarrentiner Lebensretter, deren harter Job es aber auch ist, Leichen zu bergen.

„Die Tätigkeit bei der DLRG ist sehr zeitintensiv, denn viele Stunden ist man nicht bei der Familie. Und trotzdem entschädigen die Aufgaben, die Kameradschaft und der Teamgeist  für alle Entbehrungen. Unsere Arbeit ist wichtig, das Ansehen in der Bevölkerung groß. Wir sind eine verschworene Truppe, privat sind  viele Freundschaften entstanden, die man nicht mehr missen möchte“, so der 29-Jährige weiter, der 2002 bei den Wasserrettern eingestiegen ist.  „Und dann bin ich irgendwie hängengeblieben, weil das ein ganz besonderer Job ist. Ich wollte Menschen in Notsituationen helfen und ihnen beispielsweise eben auch das Schwimmen beibringen“, verrät Meier im SVZ-Gespräch, während  seine Blicke konzentriert zwischen  Nichtschwimmerbecken und Freiwasser hin- und herpendeln. Denn etwa 60 Mädchen und Jungen der örtlichen Fritz-Reuter-Schule absolvieren derzeit am Schaalsee das Schwimmlager.

Seit 15 Jahren gibt es Schwimmlager„In den letzten 15 Jahren, denn so lange organisieren wir diese Veranstaltung schon, haben etwa 500 Kinder und Jugendliche so ihre Schwimmstufe erworben oder erfolgreich eine Rettungsschwimmerausbildung gemacht“, erzählt Rüdiger Schulz. Der 62-Jährige ist nicht nur Lehrer für Sport und Geografie sondern organisiert in den Sommerferien diesen so lebenswichtigen Kurs. „Von Anfang an haben wir eine sehr gute Unterstützung durch die DLRG Zarrentin erfahren“, lobt der Pädagoge und möchte dafür mal einen öffentlichen Dank loswerden. Die erste Schwimmstufe bezahle die Schule, das Geld komme vom Schulverband. „Die Rettungsschwimmer-Ausbildungsstunden werden ebenfalls übernommen.“

Eine, die praktisch vor 13 Jahren in die DLRG-Ortsgruppe hineingeboren wurde, ist Lana Jahnke. „Meine Eltern sind beide Mitglied, da lag es für mich nahe, mich ebenfalls zu engagieren. Es macht Spaß und ich helfe gern. Meine Freundinnen finden es cool, dass ich mitmache“, sagt die Achtklässlerin, die in Wittenburg das Gymnasium besucht. Dieser Tage  betreut sie die angehenden Rettungsschwimmer mit, macht sie fit für die Prüfung. Über die Schwimmkurse der Schule besteht so auch gleich ein gewisser Doppeleffekt. „Wir können so versuchen, die Mädchen und Jungen vielleicht für eine Mitarbeit in unserer Gruppe zu gewinnen. Sie von der Wichtigkeit unserer Arbeit zu überzeugen. Denn es mangelt uns an Nachwuchs“, so Mathias Meier. Der Wegzug vieler Jugendlicher und das schwindende Interesse am Ehrenamt hätten die Reihen bereits ausgedünnt. „Sich bei uns einzubringen, ist nicht nur spannend, sondern sorgt auch  für ein gutes Gefühl, und  nützt der Gesellschaft.“

 

Einsatztaucher

Die Einsatzmöglichkeiten der Einsatztaucher sind sehr vielseitig. Die Suche nach vermissten Personen sowie technische Hilfeleistungen wie beispielsweise  Fahrzeug- oder Bootsbergungen stellen die Einsatzschwerpunkte dar. Außergewöhnliche Einsätze erfordern zum Teil aber auch  eine spezielle Ausrüstung: Für Einsätze unter Eis oder auch in unhygienischen Gewässern stehen z.B. Trockentauchanzüge zur Verfügung, bei Taucheinsätzen in strömenden und verunreinigten  Gewässern kommen Vollgesichtsmasken mit Sprechgarnitur zum Einsatz, damit der Signalmann an Land mit dem Taucher sprechen kann. So können die Tauchgänge besser koordiniert werden.

Im  Durchschnitt haben die Einsatztaucher des DLRG in Zarrentin etwa zehn bis 15 Einsätze im gesamten  Jahr.

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