zur Navigation springen

Schildepatenschaft in Wittenburg : Lebenselixier aus dem Mini-Klärwerk

vom

Wie funktioniert der Wasserkreislauf? Wie arbeit ein Klärwerk? Die Kinder der Grundschule am Friedensring in Wittenburg kennen die Antworten. Die Schüler sind Schildepaten.

svz.de von
erstellt am 09.Nov.2011 | 12:05 Uhr

Wittenburg | Nur langsam tropft das schmutzige Wasser durch den feinen Ostseesand. Was dieser hindurchlässt, stockt wiederum vor dem Kohlefilter eine Etage tiefer. Die Blicke der Kinder können sich kaum losreißen von ihrer Mini-Kläranlage. Dieses selbst gebaute Modell aus Plastikflaschen soll den neuen Schildepaten der Grundschule am Friedensring in Wittenburg die aufwändige Reinigung des Abwassers demonstrieren - nur ein Projekt, das die Schüler der dritten Klasse während ihrer zweijährigen Patenschaft erleben.

130 Liter Wasser verbraucht der Deutsche pro Tag

Etwa 130 Liter Wasser verbrauche der Deutsche im Durchschnitt pro Tag, sagt Nadine Lüpken vom Wasserbeschaffungs- und Abwasserzweckverband. "In unserem Verbandsgebiet sind es dagegen 83 Liter." Dass es gar nicht so einfach ist, dieses Wasser wieder sauber zu bekommen, das haben die Kinder gestern in ihrem Experiment gesehen. Was am Ende in drei Schritten aus dem Abwaschwasser des Lehrerzimmers gefiltert worden ist, ist noch lange kein Trinkwasser. Der Geruchstest bestätigt es. Madlin Sitte inspiziert die noch trübe Flüssigkeit und rümpft die Nase. Riecht immer noch nach Spülmittel und Kaffee. "Im Klärwerk Zarrentin würden jetzt die Bakterien den Rest erledigen", erklärt Annekatrin Mickel vom Biosphärenreservat Schaalsee. "Denn so könnten wir das Wasser nicht wieder in die Schilde fließen lassen." Da sind sich auch die Schüler einig. "Sonst würde die auch so stinken", sagt Madlin. Und für die Fische wäre das auch nicht gut, stimmen andere ein.

Um den Wasserkreislauf zu verstehen, haben sich die Mädchen und Jungen an einem ersten Projekttag das Klärwerk in Zarrentin angeschaut. Jeden Monat soll nun eine Veranstaltung zur Schildepatenschaft stattfinden. Damit setzen sich die Schule selbst und das Bio sphärenreservat seit sechs Jahren aktiv für die Umwelterziehung und den Umgang mit der Natur ein. Im Frühjahr geht es dann auch raus ins Freie zur Schilde.

Bis dahin lernen die Kinder theoretisch und praktisch, anhand kleiner Feldversuche, etwas zum Wasserkreislauf und zum Trinkwasserverbrauch. So geht zum Beispiel Ben Simon inspiriert nach Hause. "Wie sauber das Wasser jetzt ist", sagt der Schüler nach dem Experiment zu Annekatrin Mickel. "Sowas bau ich mir auch." Für ihn und seine Mitschüler steht außerdem fest, dass sie künftig sorgsamer mit dem Wasser umgehen wollen. "Denn es ist ein Lebenselixier, aber nur, wenn wir achtsam damit haushalten", sagt Annekatrin Mickel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen