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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 17:58 Uhr

L04 in Hagenow : Langfinger an der Baustelle

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Seit Wochen rumort es in Hagenow Heide: Autofahrer missachten die Absperrung, nun wurden auch noch die frisch montierten Poller gestohlen

von
erstellt am 28.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Der Frust über die Baustelle an der L04 in Hagenow Heide hat am Wochenende kriminelle Züge angenommen. Wie erst gestern bekannt wurde, haben Unbekannte die Poller am Ortseingang rausgerissen und mitgenommen. Diese wurden erst am Freitag auf Geh-, Radweg und Straße kurz hinter der Buswendeschleife aus Kuhstorf kommend montiert. Die Polizei schätzt den Tatzeitraum auf Freitagabend bis Montagfrüh zwei Uhr. Jetzt ermittelt die Kripo in diesem Fall.

Schon seit Wochen rumort es an der Baufront: Autofahrer aus den nahe liegenden Gemeinden scheuen die 18 Kilometer lange Umleitung Richtung Hagenow, stellen die rot-weißen Absperrzäune zur Seite und fahren über den Heideweg in die Stadt (SVZ berichtete). Die Anwohner dagegen stören sich an diesem Verhalten und haben Angst um ihre verkehrsberuhigte, selbst mitfinanzierte Anliegerstraße.

Eine von ihnen ist Wiltrud Irmscher. „Ich sehe den ganzen Tag die Katastrophe hier“, sagt sie. Am schlimmsten sei es morgens und nachmittags. Dann herrsche Dauerbetrieb in der schmalen Dreißiger-Zone. „Wie die Irren“ würden die Autofahrer dann dort unterwegs sein. Die meisten hielten sich nicht ans Tempolimit. Kinder werden angehupt, sie sollten gefälligst zur Seite gehen, und Radfahrer steigen lieber ab angesichts des Verkehrs, beschreibt Wiltrud Irmscher die Situation. Viele Anwohner sind schon so verzweifelt, dass sie ihre Autos an die Straße stellen, um den Verkehr zu beruhigen.

„Ich kann die Kuhstorfer ja verstehen“, sagt die Anwohnerin. Einerseits. Andererseits wünscht sie sich wieder mehr Ruhe. In Kuhstorf werde sich die Stimmung so schnell nicht ändern, befürchtet Bürgermeisterin Annelies Ehm. Dort „herrscht Unmut“ über die Sperrung. Viele müssten jetzt einen großen Umweg zur Arbeit fahren. Aber wenigstens sei die Umleitung mittlerweile vernünftig ausgeschildert. Annelies Ehm bedauert es sehr, dass ihre Gemeinde nicht in die Vorbereitungen mit einbezogen wurde. Dann „hätte man vielleicht etwas Unmut rausnehmen können.“

Andererseits hätte es kaum eine andere Möglichkeit der Baustellengestaltung gegeben. Laut Dr. Thorsten Uhlig, Dezernent im zuständigen Straßenbauamt Schwerin, könne das Baugeschehen nicht unter halbseitiger, sondern nur unter Vollsperrung erfolgen. Die Gründe: die nicht einzuhaltenden erforderlichen Sicherheitsabstände für die Verkehrsteilnehmer und der Arbeitsschutz für die Bauarbeiter. Angesichts der Probleme vor Ort arbeitet das Straßenbauamt bereits eng mit Polizei und Ordnungsamt zusammen. Sowohl im Amt in Schwerin als auch in Hagenow müssen sich die Verantwortlichen tagtäglich mit dem Thema auseinander setzen, heißt es von beiden Seiten.

Wiltrud Irmscher wünscht sich mehr Kontrollen vor Ort. Die Beamten sind bereits regelmäßig in Hagenow Heide, sagt Revierleiter Uwe Mathews. „Wie bei jeder Baustelle mit Vollsperrung.“ Und das allein schon zum Schutz der Bauleute.

So schnell wie möglich soll nun eine Polleranlage mit Schranke etwas Ruhe in den Ort bringen, und sogleich Rettungskräfte und Feuerwehr zügig und sicher durchlassen.

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