Landkreis Lüneburg : Landkreis feierte die Grenzöffnung

iZum Abschluss der Veranstaltung wurde die Nationalhymne gesungen.  Fotos: Maria Nielsen
iZum Abschluss der Veranstaltung wurde die Nationalhymne gesungen. Fotos: Maria Nielsen

Festredner Minister Backhaus erinnerte als Zeitzeuge an die Geschehnisse im Amt Neuhaus im November 1989

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10. November 2014, 14:14 Uhr

„Der Mut der Menschen überwand die Grenze vor unserer Haustür.“ Landrat Manfred Nahrstedt begrüßte alle Teilnehmer an der Feierstunde des Landkreises Lüneburg zu 25 Jahre Grenzöffnung im Veranstaltungsraum in Konau, nachdem zur Einstimmung die jungen Musiker das Blasorchesters Flutissima Händels Feuerwerksmusik gespielt hatten.

Im Vorfeld hatte es im Amt Neuhaus Unverständnis darüber gegeben, dass der Landkreis keine für alle Bürger öffentliche Veranstaltung organisiert hatte. Es gab eine Menge Absagen von geladenen Gästen und der Landkreis musste „nachladen“, um die 130 Plätze zu besetzen.

Nahrstedt blickte zurück auf den November 1989: „ein Zettel bringt die Diktatur zu Fall“, und hob das Verdienst von Harald Jäger, Oberstleutnant der Passkontrolleinheit an der Bornholmer Straße hervor. „Harald Jäger hatte die Wahl, zu schießen oder die Grenze zu öffnen.“

Dann war die Bürgermeisterin der Gemeinde Amt Neuhaus, Grit Richter, dran, und ihr gelang ein bemerkenswertes und mutiges Grußwort. Sie sprach über die Bedeutung des Sperrgebietes und dass sie selbst den Grenzzaun zum ersten Mal gesehen habe, als die Grenze in Darchau geöffnet wurde. „Ich war schockiert. Über den Zustand an der Grenze wurde nicht gesprochen.“ Sie sprach die immer noch fehlende Brücke an und wies auf die finanzielle Notlage der Gemeinde hin, die sich aus eigener Kraft niemals entschulden könne, zumal die Lage im Biosphärereservat kaum Entwicklungsmöglichkeiten zuließe. Ihre persönliche Bilanz falle positiv aus. Die Menschen würden von einer offenen Welt profitieren, es sei allerdings schade, dass nicht mehr Menschen an dieser Feier teilnehmen könnten, so ein Ereignis müsse man gemeinsam feiern. Landessuperintendent Dieter Rathing wies auf die Bedeutung der evangelischen Kirche für den Niedergang der DDR hin und Staatssekretär Jörg Mielke meinte, so eine Veranstaltung sollte Anlass sein, sich die Gefühle von vor 25 Jahren, die unbändige Freude, wieder zu vergegenwärtigen. Als Festredner konnte Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz aus Mecklenburg-Vorpommer gewonnen werden. Er lebte vor 25 Jahren in Neuhaus, sprach als Zeitzeuge über die bewegten Zeiten. „Es gehörte Mut dazu, sich in den Kirchen zu treffen, aber im Sommer 89 wurde klar, dass der Staatsapparat der DDR seine Zukunftsfähigkeit verloren hatte, die Menschen hatten die Bevormundung satt.“






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