Überflutungen in Boizenburg : Land unter nach Unwetter

<fettakgl>Auf dem Parkplatz </fettakgl>vor dem Bistro hatte sich das Wasser gestaut. Von dort aus lief es unaufhaltsam in den Gastraum. <fotos>Fotos: mxhe</fotos>
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Auf dem Parkplatz vor dem Bistro hatte sich das Wasser gestaut. Von dort aus lief es unaufhaltsam in den Gastraum. Fotos: mxhe

Als die Wassermassen am Freitag gegen elf kamen, konnte Irit Juckel nichts mehr machen: Unaufhaltsam floss die braune Brühe in den Gastraum von Juckels Bistro "Siedlungs-Stübchen" an der Dr.-Alexander-Straße.

svz.de von
29. Juni 2012, 05:17 Uhr

Boizenburg | Als die Wassermassen gestern Morgen gegen kurz vor elf kamen, konnte Irit Juckel nichts mehr machen: Unaufhaltsam suchte sich die braune Brühe ihren Weg, drückte sich durch die Spalten von Eingangs- und Hintertür hindurch - und floss direkt in den Gastraum von Juckels Bistro "Siedlungs-Stübchen" an der Dr.-Alexander-Straße. "Als das Wasser plötzlich rein lief und dann mehr und mehr wurde, haben wir direkt angefangen zu wischen", berichtet Juckel, die an diesem Morgen bereits seit rund fünf Stunden Gäste bewirtet. Eine andere Möglichkeit haben sie, ihre Mitarbeiterin und die Kunden nicht: Weil das Wasser, das sich durch die Starkregenfälle auf dem Parkplatz vor dem Imbiss gesammelt hat und von dort nicht abfließt, von außen bereits rund zehn Zentimeter hoch steht und gegen die Türen drückt, kommen sie nicht raus.

Erst die Freiwillige Feuerwehr, die mit sieben Kameraden und zwei Fahrzeugen anrückt, kann Juckel und ihre Gäste aus ihrer misslichen Lage befreien. "Wir haben rund zwanzig Minuten gepumpt, bis das Wasser aus dem Imbiss war", berichtet Udo Behnke, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Boizenburg. Als er und seine Kameraden den Einsatz beenden, fließt das Wasser, das sich eben noch in einem kleinen See auf dem Parkplatz am Bistro und rund um die Gastwirtschaft staute, bereits durch den Gully selbstständig wieder ab. "Der Leiter des Bauhofs hat die Abflüsse vor Ort noch einmal überprüft und festgestellt, dass sie frei sind und gewartet wurden. Es war einfach viel zu viel Regen in viel zu kurzer Zeit", so Behnke. Was für seine Kameraden und ihn Routine ist und trotz des heftigen Unwetters der einzige derartige Einsatz blieb, hatte gestern dennoch auch brenzlige Momente: "Mehrfach haben Autofahrer die Sperre auf der Dr.- Alexander-Straße umfahren", ärgerten sich die Wehrleute. Nicht nur eine Gefahr für die Kameraden im Einsatz: "Immerhin sind die Kanaldeckel geöffnet. Das ist gefährlich." Für Irit Juckel bedeutete die Überschwemmung vor allem eines: Wischen. "Aber ich gehe davon aus, dass das Wasser keinen bleibenden Schaden am Inventar angerichtet hat."

Ein ähnliches Bild zeigte sich zur gleichen Zeit bei Lidl an der Schwartower Straße: Auch hier waren die Wassermassen in die Geschäftsräume eingedrungen und sorgten dafür, dass der Supermarkt geschlossen werden musste. An der Kreuzung von Schwartower Straße und Dr.- Alexander-Straße mussten Mitarbeiter der Stadt kurzzeitig den Verkehr in Richtung Dr.-Alexander-Straße sperren: Hier musste ein Gully-Deckel angehoben werden, damit das Wasser abfließen konnten. Ansonsten jedoch scheint das Unwetter einigermaßen glimpflich an Boizenburg vorbeigezogen zu sein. "Wir haben keine weiteren Meldungen über Beschädigungen vorliegen", erklärte Dagmar Poltier vom Fachbereich Bau und Ordnung gegenüber der SVZ.

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