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Herrenhauses Goldenbow : Land unter: „Das ist der Super-Gau“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Extrem-Niederschläge richten auf Goldenbower Herrschaftshaus große Schäden in Keller und Mauerwerk an. Teich läuft über, Wehr hilft

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Fassungslos steht Bianca Burow fast knietief im Wasser. Sie muss hilflos mit ansehen, wie das ungebetene Nass sich im Keller ihres Herrenhauses in Goldenbow immer weiter ausbreitet. „Das ist der absolute Super-Gau für uns, was wir erleben. Hier wollte ich der LEADER-Kommission Anfang September meine Projektidee für eine Kaffee-Rösterei präsentieren. Das wird nichts mehr, so wie das hier aussieht.“ Die 45-Jährige ist den Tränen nahe. Versuchen doch sie und ihr Mann Björn, dem 1696 erbauten Kleinod nicht nur seinen alten Glanz, sondern auch seine geraubte Seele zurückzugeben. Dafür scheuen sie weder Arbeit, finanzielle Mühen noch bürokratische Hürden. Doch manchmal funkt eben auch einfach nur die Natur dazwischen. Beispielsweise mit lang anhaltendem Regen. Der Dorfteich an dem frühbarocken Gebäude, er gehört der Gemeinde Vellahn, ist über die Ufer getreten. Das Wasser überflutet die angrenzende Kreisstraße. Schuld daran soll ein sogenannter, etwa 30 Jahre alter Mönch sein, der unter der Fahrbahn eigentlich den Abtransport des Wassers gewährleisten soll.

„Doch der ist seit langem schon kaputt, wohl eingefallen und verrottet, so dass sich das Wasser dort nur noch rinnsalartig in die renaturierten Teiche nördlich der K 13 durchschlängeln kann. Ein von uns beauftragter Gutachter hat festgestellt, dass der Durchlass viel zu klein ist. Seit 2012 ist der Unteren Wasserschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust- Parchim dieser Missstand bekannt. Unsere Bemühungen, den Mönch doch endlich den derzeitigen Gegebenheiten anzupassen, sind bisher nur ins Leere gelaufen. Man nimmt sogar eine mögliche Klage in Kauf, denn wir werden natürlich Schadenersatzansprüche stellen.“ Dann zeigt die junge Frau auf den Durchlass, in dem das Wasser zu stehen scheint.

In ihrer Verzweiflung wissen die Burows sich nicht weiter zu helfen, als am späten Mittwoch Nachmittag die Feuerwehr zu alarmieren. Drei Wehren sind kurz darauf stundenlang im Einsatz, um die Wassermassen wegzupumpen. „Um 17.17 Uhr wurde die Sirene ausgelöst, es rückte sofort ein Wagen der Goldenbower Kameraden an. Jeweils eine Pumpe holte Wasser aus dem Keller und dem Teich, das in die gegenüberliegende Wiese und in den Zulauf zu den sanierten Teichen abgeleitet wurde. Aufgrund der Wassermassen gab es zusätzlich Alarmierungen für die Feuerwehren aus Kloddram, Camin, Bennin und Rodenwalde , um jeweils deren Pumpen beizusteuern“, erinnert sich Bianca Burow. Um 20.30 Uhr habe dieser Einsatz beendet werden können.

„Und unser Keller ist fast leer, auch der Teich ist um etwa fünf Zentimeter abgesunken. Das Wasser kann sich, wie uns gesagt wurde, leider jedoch wieder erhöhen. Denn der Mönch führt nach wie vor nichts ab, und der Boden nimmt auch kein Wasser mehr auf. Wir möchten uns sehr bedanken für diesen unermüdlichen Einsatz der Feuerwehren. Der hätte meiner Meinung nach verhindert werden können.“

Doch so einfach scheint die Lösung des Problems nicht zu sein. „Die Zuständigkeit für den Mönch ist nicht eindeutig geklärt. Das muss schnellstens passieren, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagt Vellahns Bürgermeister Ulrich Stein auf SVZ-Nachfrage.

Ob der Durchlass tatsächlich kaputt oder nur verstopft ist, diese Frage vermag gestern niemand bei der Kreisstraßenmeisterei zu beantworten.

Von Dirk Schiewer, dem Leiter des Zarrentiner Amtes für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten erfährt die Redaktion, dass bekannt sei, dass dieser Mönch bei erhöhten Niederschlagsmengen schnell mal verstopfe. „Der Bauhof Vellahn und das Amt Zarrentin haben am Donnerstag einen Ortstermin anberaumt, um nun schnellstens eine Lösung zu finden.“

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