zur Navigation springen

Elbschifffahrt : Kurs stimmt, die Wassertiefe nicht

vom
Aus der Onlineredaktion

Veranstalter berichten von vollem Erfolg des Aktionstages für die Elbschifffahrt in Lauenburg. Wie es weitergeht, hängt vor allem von den Anrainern ab

von
erstellt am 25.Apr.2017 | 07:30 Uhr

Das Aprilwetter als Sinnbild für die Elbschiffahrt zwischen Hamburg und Wittenberge. „Regen, starke Windböen und Sonnenschein im stetigen Wechsel machten es den Ausrichtern und den vielen teilnehmenden Ausstellern nicht gerade leicht und so mancher Aussteller in seinem Pavillon hatte mit dem Wind zu kämpfen. Aber … das Fest der Elbschifffahrt hatte anscheinend eine so starke magnetische Wirkung, dass das Wetter fast zur Nebensache wurde“, war von den Organisatoren des „KursElbetages“ gestern zu erfahren. Insgesamt, so stellten die Veranstalter fest, hätten weit mehr als 10 000 Gäste teilgenommen. Somit auch deutlich mehr als in den letzten Jahren.

Zu Beginn des Aktionstages war dieser Erfolg noch nicht abzusehen. Neben dem gewohnt anspruchsvollen Kulturprogramm auf beiden Seiten der Elbe war es vor allem der Pendelverkehr, den die Gäste in Anspruch nahmen. „Der Schiffspendelverkehr wurde intensiver als in den vergangenen Jahren genutzt. Jedes Mal wenn ein Schiff anlegte, ergossen sich Ströme von Gästen jeweils auf der einen und anderen Seite der Elbe zum Veranstaltungsort“, hieß es dazu in der gestrigen Stellungnahme der Organisatoren.

Auftritt des Shantychores Lauenburg auf einem der Schiffe.
Auftritt des Shantychores Lauenburg auf einem der Schiffe. Foto: Pohle

Politisch ist das Projekt der Elbschifffahrt gut angebunden, das ließ sich an der Schar der offiziellen Gäste zur Eröffnung ablesen. Mit dabei waren auch die Mecklenburger, die sich wie die anderen Kreise an der Förderung des Projektes beteiligen. Aus der Förderung hat sich die Metropolregion Hamburg nun verabschiedet. Und trotz aller Bemühungen ist man von einer wirklich durchgehenden Schifffahrt auf der Elbe noch ein ganzes Stück entfernt. Noch immer gibt es da so etwas wie die Zweiklassengesellschaft. Zwischen Hamburg und Lauenburg läuft es ganz gut, weiter elbaufwärts wird es dünner. Das scheitert schon an den unterschiedlichen Wasssertiefen. Bis Boizenburg, so berichten Elbschiffer, gehe es noch problemlos, dann werde es schwierig. Zwar gibt es auch Schiffe, die bei Normalwasser problemlos bis Wittenberge und weiter fahren können, doch insgesamt fehlt es an guten Häfen und der Nachfrage. So ist man im Landkreis Ludwigslust-Parchim schon froh, dass es eine Zusammenarbeit vieler Reedereien gibt, doch von einem florierendem Zweig des Tourismus kann ab Lauenburg elbaufwärts nicht die Rede sein. Zwar gibt es gute Entwicklungsansätze der Häfen zwischen Darchau und Hitzacker, es gibt Pläne für Dömitz, doch ansonsten ist die touristische Schifffahrt im Natur belassenen Fluss noch ein zartes Pflänzchen, das erst kräftig wachsen muss. Daran ändert auch der beachtliche Erfolg des Kurstages nichts.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen