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Hagenower Kreisblatt

18. Dezember 2017 | 17:46 Uhr

Hagenower KON : Kunst aus dem Automaten ziehen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenower KON hält im Foyer seltenes Angebot bereit

von
erstellt am 18.Feb.2015 | 17:01 Uhr

Den ersten Kunstautomaten Hagenows kann jetzt die Jugendbegegnungsstätte KON ihr Eigen nennen. Aus dem umgebauten Kondomautomaten können für vier Euro  Schachteln in der Größe einer Zigarettenverpackung gezogen werden. Darin enthalten sind kleine Grafiken, Skulpturen, Aquarelle, Fotos, Drucke oder Literarisches in Form von Lyrik und Prosa. Was man bekommt, weiß vorher niemand. Seit Dienstag ist der im KON-Foyer angebrachte Kunstautomat betriebsbereit.

Über das Projekt hatte Objektleiter  Lutz Kalfak in einer Zeitung gelesen. „Ich fand das eine tolle Idee, um vielleicht Jugendliche, die nicht in ein Museum gehen, auf originelle Art an Kunst heranzuführen“, sagt er. „Alle Welt zieht heute was aus einem Automaten, wie Kaffee oder Zigaretten. Warum nicht also auch kleine Kunstwerke?“

Kalfak hofft, die Neugier der Gäste in der Jugendbegegnungsstätte auf die in dem Gerät schlummernden  Kunstbotschaften wecken zu können. Außerdem wollte er als kunstinteressierter Mensch auch etwas Neues in Hagenow ausprobieren, um sich von anderen Häusern abzuheben, wie Kalfak einräumt.

Vom Plan bis zu dessen  Umsetzung vergingen gerade einmal drei Wochen. Kalfak rief bei der Potsdamer Agentur Kunsttick an, die die einstigen Bonbon-, Kaugummi-, Zigaretten- oder Kondomautomaten vertreibt, und bekam kurz darauf ein Musterprospekt mit Bildern der individuell gestalteten Gerätschaften. Nach der Bestellung  kam Service-Mitarbeiter Andreas Petzke nach Hagenow, um den Kunstautomaten im Foyer des KON anzubringen und zu befüllen. Etwa 160 bis 170 kleine Schachteln passen dort hinein, wie er erzählt. Jeder der Automaten, die ausschließlich für öffentliche Orte gedacht sind, ist ein Unikat. Nach Angaben der Agentur Kunsttick beteiligen sich mittlerweile weit über hundert freie Künstler deutschlandweit an dem Projekt. 2001 wurde der erste Automat in Potsdam aufgestellt, mittlerweile gibt es mehr als 130 davon. Den Künstlern soll laut Konzept eine Möglichkeit geboten werden, Kunst zu verkaufen und sich und ihre Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Deshalb liegt jeder Schachtel ein kleiner Beipackzettel bei, der über den jeweiligen Urheber des Päckcheninhalts informiert.

Bei den Kunstwerken handelt es sich nach Angaben der Vertriebsfirma um Einzelstücke oder sind Teil von limitierten Kleinserien. Der Künstler entscheidet selbst, was in die Packung kommt. Bevor die Schachteln in den Automaten gelangen,  werden sie   durchmischt. So soll ein hohes Maß an Vielfalt erreicht werden.

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