Kulturkate-wozu das ganze Theater?

Iris Matzen mit Hans Machowiak 2011 in dem Stück 'Liliom' Fotos: Jane Thorun
Iris Matzen mit Hans Machowiak 2011 in dem Stück "Liliom" Fotos: Jane Thorun

Freilichtsaison in der Kulturkate beginnt am Wochenende / Weitere unterhaltsame Stücke an den Wochenenden bis in den August

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30. Juni 2015, 22:41 Uhr

Wer braucht noch Theater, wenn er Internet hat? Alle Theater müssen ständig um Zuschauer buhlen und sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Reihen voll und ihre Kosten ausgeglichen bekommen.

So auch in der Geschichte über ein kleines Theater-Ensemble, die am Wochenende in der Kulturkate Neu Lübtheen erzählt wird: Ein Regisseur, eine Schauspielerin, ein Musiker und ein Techniker proben ein Stück, für das im Grunde genommen das Geld fehlt. Das Lichtpult spinnt, die Kostüme fehlen, der Praktikant ist krank.

Zu den erschwerten äußeren Umständen kommen blanke Nerven beim ohnehin schon reizbaren Personal: Der Regisseur, ein Tyrann? Die Schauspielerin, eine Diva? Der Musiker, ein Besserwisser? Der Lichttechniker, ein Stümper? Auf der Bühne geraten die Fronten aneinander, während davor, nämlich bei den Zuschauern, kein Auge trocken bleibt. Und doch ist man sich einig, dass Theater eine zauberhafte Anziehungskraft hat, der man sich auch im Taumel der Zeit nur schwer entziehen kann.

Die vielen live dargebotenen Songs, an die man sich beim Gedanken an die Magie des Theaters schnell und gern erinnert (von „Cabaret“ bis „Queen“) rühren das Herz trotz schwerster Bedingungen. In „Wozu das Theater?“ wird dem Publikum auf denkbar lustigste Art und Weise gezeigt, wie bittersüß und hoffnungslos schön Theater sein kann.

Iris Matzen hat dabei Regie geführt. Sie und Sebastian Kemper, der in dem Stück mitspielt, gehören zum langjährigen Team der Kulturkate. Auf der Bühne hat das Publikum sie noch gut in der Inszenierung von „Liliom“ in Erinnerung.

Da spielte Iris Matzen das Dienstmädchen Marie, das sich nicht mit dem Hallodri Liliom einlassen wollte. Sebastian Kemper war in der Produktion in der Theaterband zu erleben, wie auch schon bei dem Stück „Die Kanzlerin kommt“ oder „Mach schau! Die Beatles auf dem Kiez“. Ansonsten ist er in der Kulturkate auch immer für das Licht zuständig, während Iris Matzen auch schon Regie geführt hat.

Am 10. Juli kehren Lennart Müller und Jeanette Arndt von der Freien Bühne Wendland in die Kulturkate zurück. Im letzten Sommer standen sie auf dem Theaterfloß auf der Elbe gemeinsam auf der Bühne und gehörten zum Ensemble der „Vergessenen Brücke“. Nun spielen sie wieder gemeinsam in einer Komödie „Zwei wie Bonnie und Clyde“, die kein Auge trocken lassen wird. Manni und Chantal, alias Bonnie und Clyde, träumen hier vom großen Geld, einer Heirat in Las Vegas und einer Rente in Südamerika.

Um ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen, fehlt es den beiden aber nicht nur an einer gehörigen Portion Cleverness. Lennart Müller und Jeanette Arndt haben ihre Stück extra an die Freilichtgegebenheiten der Kulturkate angepasst. Auch diese Vorstellung beginnt um 20.30 Uhr.

Am 31. Juli und und 1. August wird es musikalisch. Henriette Thorun, die auch kein unbekanntes Gesicht in der Kulturkate ist und bereits als Statistin, Kleindarstellerin und Musikerin in diversen Stücken mitwirkte, kommt mit ihrer Band „Silver Lining“ und bringt Swingklassiker mit, die zum Tanzen einladen. An diesen Abenden wird die Bühne der Kate für das Publikum zum Tanzboden. Zu Beginn des Abends wird Oliver Törner, bekannt aus „Jeppe vom Berge“ und der „Vergessenen Brücke“, Ausschnitte aus seinem neuen Programm vorstellen. „Frisch gerissen... Betrachtungen eines Wolfs zu seinem mordsmäßigen Ruf“ soll im Herbst in die Kulturkate kommen. Den Abschluss des Kulturkatensommers wird ein alter Bekannter am 28. und 29. August bringen. Hans Machowiak, der schon seit „Ende der Schonzeit“ jedes Jahr aufs Neue das Publikum begeisterte, kommt mit neuen Kollegen zurück nach Lübtheen und im Gepäck das Stück „Die Olsenbande- mächtig gewaltig“. Damit ist er sonst als Theaterdinner in ganz Deutschland unterwegs.

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