Neue Leitung : Kuhlenfeld mit eigenem Anschluss

Kommunalbetreuer Jörg Peters (l.) und Bürgermeister Ralf Kretschmar beim symbolischen ersten Spatenstich.
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Kommunalbetreuer Jörg Peters (l.) und Bürgermeister Ralf Kretschmar beim symbolischen ersten Spatenstich.

Ehemaliger Grenzbahnhof bekommt vom HanseWerk einen eigenen Anschluss an die Erdgasleitung zwischen Brandenburg und Boizenburg

svz.de von
25. Juni 2016, 11:00 Uhr

Auch wenn der Bahnhof in Kuhlenfeld schon lange still gelegt wurde - nun ist es doch noch einmal von Bedeutung, dass der ehemalige Kontrollpunkt für den Güterverkehr der DDR in den Westen direkt an der Bahnstrecke liegt. Denn an dieser Bahnstrecke verläuft die Erdgas-Hochdruckleitung 102 von Sargleben in Brandenburg bis nach Boizenburg. Und weil dann nur noch 1  500 Meter Leitung verlegt werden müssen, bis alle Haushalte in Kuhlenfeld die Möglichkeit für einen Erdgasanschluss haben, war die HanseWerk AG (früher E.ON Hanse AG) bereit, zu investieren.

„Es gab mehrere Anfragen aus dem Ort und nun haben wir uns entschieden, das Projekt anzugehen“, erklärte Jörg Peters, der Kommunalbetreuer der HanseWerk AG im Gespräch. Bedingung sei allerdings gewesen, dass sich mindestens 15 Kunden finden, die einen Erdgasanschluss wollen. 17 haben sich nun verbindlich bereit erklärt, von sechs weiteren Haushalten wird Interesse bekundet.

„Damit ist das Projekt für uns auch wirtschaftlich“, so Peters. Trotz der 170  000 Euro, die das Energieunternehmen in den Anschluss von Kuhlenfeld investiert. „Allerdings sind heute nicht mehr nur wirtschaftliche Gesichtspunkte wichtig“, erläutert Peters. „Wir sind von der Netzbetreibergesellschaft angehalten, auch Diskriminierungen von Gemeinden bei der Versorgung zu vermeiden und die ländlichen Räume zu stärken.“

Alle Bewohner Kuhlenfelds könnten sich nun jederzeit für das Erdgas aus der Leitung entscheiden. Als Vorteile nennt Peters: „Erdgas ist umweltschonender als beispielsweise Erdöl oder Holz. Zudem wird auch schon daran gearbeitet, flüssigen Wasserstoff zu vergasen, einzuleiten und mit dem Erdgas zu vermischen. Außerdem kann auch Biogas eingeleitet werden. “ Desweiteren seien keine Tanks mehr nötig, die Versorgung sei immer gewährleistet, egal wie lang und hart der Winter sei, und die Kunden könnten zwischen verschiedenen Erdgasanbietern frei wählen.

„Wir verdienen ja nur an den Leitungs-Entgelten. Einen Erdgasanbieter kann und muss sich dann jeder Haushalt selbst suchen.“

Nicht unerheblich sei natürlich auch, dass moderne Heizgeräte mit Brennwerttechnik heutzutage über so effektive Wirkungsgrade verfügten, dass gegenüber einer in die Jahre gekommenen Ölheizung nicht nur bis zu 30 Prozent CO2, sondern auch bis zu 30 Prozent der Heizkosten eingespart werden könnten.

Wer sich für einen Anschluss interessiert, kann sich unter der Telefonnummer 038852-660 45 17 an den Projektbetreuer vor Ort, an Heinz Geadke, wenden.

Zunächst beginnt das Unternehmen mit dem Bau des Ortsnetzes. Bevor dieses dann aber „unter Gas gesetzt“ werden kann, muss die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn unterquert werden. „Die Genehmigung dafür haben wir aber noch nicht“, sagt Peters.

„Aber es ist nicht die Frage, ob die Genehmigung kommt, sondern wann. Das dauert bei der Bahn immer so seine Zeit.“ Er rechne mit September. Und dass im November dann wirklich das Erdgas aus der Leitung nach Kuhlenfeld kommt.

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