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Kunst in der Partnerstadt : Künstlerhaus auf neuen Wegen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Nachdem Marita Landgraf vor knapp einem Jahr die Leitung des Künstlerhauses Lauenburg übernommen hat, richtet sich die Einrichtung neu aus

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 07:00 Uhr

In Boizenburgs Partnerstadt Lauenburg steht ein ganz besonderes Haus, nämlich eines der beiden Künstlerhäuser des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Durch seinen hohen Stellenwert und seine Ausstattung, aber vor allem auch durch seinen sehr engagierten Trägerverein und nicht zuletzt durch die Kontakte und Erfahrungen der jetzigen Leiterin Marita Landgraf hat die Einrichtung ein Potenzial, das weit über Lauenburg hinaus Ausstrahlungskraft besitzt. Dieses Potenzial will das Künstlerhaus in Zukunft bewusster nutzen.

Mit seinem Jahresprogramm, das am Montag in Lauenburg vorgestellt wurde, hat sich das Künstlerhaus zum Ziel gesetzt, intensiver mit der Stadt, aber auch dem Umland in Austausch zu treten. So wird vor allem der Bereich der Kunstvermittlung vollständig neu ausgerichtet. Einerseits soll es in einem „Offenen Atelier“ einen Austausch zwischen den Kunststipendiaten, die auch 2017 wieder im Künstlerhaus in den Bereichen Bildende Kunst, Musik und Literatur arbeiten werden, und Kunstinteressierten aller Altersklassen geben. In angeleiteten Workshops erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, den sich dem sie umgebenden Raum ästhetisch zu nähern und so neu wahrzunehmen. Mit verschiedenen künstlerischen Techniken wie Fotografie, Zeichnung, Collagen oder Klängen können sie sich der Geschichte oder sozialen bzw. kulturellen Aspekten ihrer Umgebung nähern, sei es in Lauenburg oder in von Marita Landgraf als „Satellitenorte“ bezeichneten Räumen.

Auch wenn Menschen jeden Alters für dieses Projekt willkommen sind, soll der Fokus doch auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Studenten liegen. Das durch das Kulturministerium Schleswig-Holstein und die Stiftung Herzogtum Lauenburg geförderte Projekt wird vom Künstlerhaus in Kooperation mit dem Künstler und Kulturvermittler Benjamin Stumpf durchgeführt.

Dr. Kerstin Hallmann vom Institut für Kunst, Musik und ihre Vermittlung an der Leuphana-Universität Lüneburg ist der zweite Kooperationspartner beim Projekt „Offenes Atelier“. Sie wird im Sommersemester mit ihren 18 Studenten einige Male im Künstlerhaus zu Gast sein, damit diese einerseits sich mit den Kunststipendiaten austauschen können, andererseits ein neues Kunstvermittlungs-Format konzipieren und ausprobieren können.

„Unser Angebot richtet sich vor allem an Schulen und Kitas. Ich bin gespannt, wie viele sich dafür melden. Erfahrungsgemäß haben Lehrer oder Erzieher oft Schwierigkeiten damit, wenn sich so ein Projekt über einen längeren Zeitraum erstreckt“, erklärte Kerstin Hallmann gegenüber der SVZ. Projektzeitraum soll März bis Juli sein.

„Ich kann mir auch vorstellen, dass die Angebote für das ‘Offene Atelier’ von Studenten in Hamburg, Schwerin, Wismar oder Rostock genutzt werden“, so Marita Landgraf.

Am 26. März sind alle Interessierten von 14 bis 17 Uhr zu einem ersten Informationstreffen und einer Vorstellung des gesamten Projektes „Offenes Atelier“ ins Künstlerhaus Lauenburg in der Elbstraße 54 eingeladen.

Außer diesem Projekt wird es am Künstlerhaus Lauenburg zwei weitere interessante Neuerungen geben. Da jede der Stipendiaten-Generationen dem Künstlerhaus Arbeiten überlassen hat, die während ihrer Aufenthalte dort entstanden sind, gibt es nach 30 Jahren eine Sammlung von 150 Werkgaben zeitgenössischer Kunst, die kaum das Licht der Öffentlichkeit sehen. Zum einen will Marita Landgraf daraus eine von März bis Mai dauernde Ausstellung kuratieren, vor allem wurden jedoch auch Fördermittel bewilligt, um daraus eine Online-Artothek entstehen zu lassen. Diese Online-Artothek ist dann für die gesamte Öffentlichkeit nutzbar.

Last but not least hat das Künstlerhaus aus einem Rückschlag ein weiteres vielversprechendes Projekt entwickelt. Da sich die Einrichtung die Ausstellungsräume in der Stadtgalerie nicht mehr leisten kann, begibt sie sich mit der Kunst in den öffentlichen Raum und macht die gesamte Stadt zur Galerie. Dank der Förderung der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg konnte als erster Künstler dafür der in Berlin lebende Clemens Behr eingeladen werden. Er fertigt collagenartige Skulpturen und Rauminstallationen, die eine Interaktion mit dem urbanen Raum eingehen.

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