Besitz : Kühles Wetter verzögert Ernte

Wer genau hinsieht, kann Landwirtschatsminister Till Backhaus auf dem Mähdrescher entdecken ...  Fotos: Katja Frick
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Wer genau hinsieht, kann Landwirtschatsminister Till Backhaus auf dem Mähdrescher entdecken ... Fotos: Katja Frick

MAM in Besitz wird in diesem Jahr mit der Ernte eine Woche später fertig als normalerweise. Grund sind fehlende Sonne und nasses Wetter

svz.de von
19. August 2016, 12:00 Uhr

„Wir werden in diesem Jahr erst um den 27. August alles abgeerntet haben“, sagt Toralf Pfohl, Geschäftsführer der MAM Nord Besitz, während er Landwirtschaftsminister Till Backhaus zusieht, wie er begeistert Mähdrescher fährt. Der Minister ist im Vorfeld der Landtagswahlen am 4. September gerade in seinem Wahlkreis unterwegs und erkundigte sich am Mittwoch-Nachmittag in Besitz nach der Ernte und der Milch.

„Sonst sind wir ungefähr eine Woche früher mit der Ernte fertig“, so Toralf Pfohl, gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde Besitz. „Es hat oft geregnet, aber das größte Problem waren die fehlenden heißen Augusttage. Das kühle Wetter hat das Korn auf dem Halm quasi konserviert.“ Und damit habe sich die Ausreifung verzögert und die Qualität gelitten.

Insgesamt ist das Ernteergebnis in Besitz aber gar nicht so schlecht. 60 Doppelzentner Wintergerste konnte die MAM pro Hektar abernten und damit ungefähr genauso viel wie im Vorjahr. Beim Raps waren es mit 25 Doppelzentnern pro Hektar zehn weniger als 2015, doch beim Weizen werden gerade mit 65 Doppelzentnern pro Hektar fünf mehr eingefahren als im Jahr zuvor. 70 Hektar Lupine, 40 Hektar Roggen und 140 Hektar Triticale - eine Kreuzung aus Weizen und Roggen - müssen noch abgeerntet werden. „Dafür sind unsere drei Ernte-Mitarbeiter von morgens 7 bis abends 23 Uhr im Einsatz“, berichtet Pfohl. „Wenn es nicht regnet ...“ Auf dem T 660, dem größten Mähdrescher, den es derzeit auf dem Markt gibt, sitzt sonst, wenn kein Minister mal Mähdrescher fahren will, von früh bis spät Andreas Kiehn aus Besitz. Ein weiterer MAM-Mitarbeiter fährt den Traktor mit Anhänger nebenher, um die geernteten Körner aufzunehmen, ein dritter bringt das Korn vom Feld in die Scheune.

„Alles in allem, durch die schlechtere Ernte und den niedrigen Milchpreis, bekommen wir jetzt nur noch 22 Cent pro Liter, werden wir in diesem Jahr ein Minus von 180  000 Euro einfahren“, rechnet Toralf Pfohl vor. „2012-2014 waren gute Jahre, da konnten wir Rücklagen bilden, das rettet uns jetzt.“ Doch wenn das mit den Milchpreisen und dem Wetter so weiter ginge, würden 2017 weitere 240  000 Euro Miese anstehen, und das wäre dann ein ziemlich großes Problem. Und das nicht nur für Pfohl selbst, sondern auch für seine insgesamt zehn Mitarbeiter, die MAM Nord Besitz ist der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. Sieben der MAM-Leute arbeiten in der Milchviehwirtschaft. Die MAM hat 220 Kühe und kann knapp 5  000 Liter Milch produzieren, GVO-frei. Das meint, dass das Futter für die Kühe frei von gentechnisch veränderten Organismen ist.

GVO-frei scheint das Zauberwort der Zukunft zu sein, danach erkundigte sich auch Minister Till Backhaus sehr interessiert, ohne auf Konkreteres eingehen zu wollen.

Die MAM hat zumindest mit den anderen 28 Landwirtschaftsbetrieben, mit denen sie eine Erzeugergemeinschaft bildet, ihren Vertrag mit der jetzigen Molkereigenossenschaft zum 31.12. gekündigt. Die Erzeugergemeinschaft plant nun einen Vertrag mit der Molkereigenossenschaft Bützow.

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