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Hagenower Kreisblatt

17. Dezember 2017 | 05:32 Uhr

Damnatz : Krimispaß mit Hirschroulade

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kunst, Kultur und Kulinarisches gehören in der Kulturtenne Damnatz zusammen. In fünf Jahren bereits 148 Veranstaltungen durchgeführt.

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Das Menü steht: es beginnt mit einem Apfel-Avokado-Tatar, dann folgt gratinierte Grünkohl, als Hauptgericht wird eine Hirschroulade gereicht und zum Abschluss gibt es einen Topfenknödel mit Mangosalat. Dazu Kaffee, Wasser und Wein und vor dem Essen und danach einen spannenden Krimi. Autor und Winzer Andreas Wagner aus dem Rheingau liest am kommenden Sonnabend aus seinem Buch „Stauhitze“ in der Kulturtenne in Damnatz.

Und nach dem literarischen Genuss folgt da der kulinarische. Ursula Günthert, erste Vorsitzende des Vereins Kulturtenne Damnatz, kocht. Nicht zu jeder kulturellen Veranstaltung – für dieses Jahr sind immerhin 34 Veranstaltungen und vier Ausstellungen geplant – kann der Besucher auch ein Menü bestellen, aber doch zu einigen.

Der Verein Kulturtenne Damnatz wurde im März 2010 von Ursula Günthert und einigen Mitstreitern gegründet. Auf der Tenne des von ihr 1999 erworbenen und über die Jahre sanierten Bauernhauses sollten Lesungen, Musik-, Kabarett- und Kleinkunstveranstaltungen durchgeführt werden, Filme und Ausstellungen gezeigt werden. Die erste Veranstaltung war die Vorführung eines Films, der unmittelbar mit dem Dorf zu tun hatte. Am 26. Februar 2011 wurde der „Film ohne Titel“ gezeigt, der 1947 in Damnatz gedreht worden war, mit Hildegard Knef und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Ältere Dorfbewohner konnten sich noch gut daran erinnern und hatten zum Teil damals als Statisten mitgemacht.

„Als wir anfingen, wurden die Veranstaltungen oft mit Bekannten besetzt, heute bewerben sich die Künstler bei uns um einen Auftritt“, so Ursula Günthert nicht ohne Stolz, sich als Kulturtenne in so kurzer Zeit einen Namen gemacht zu haben.

Die gebürtige Bremerin ist von Haus aus studierte Molekularbiologin, hat in Berlin ihr Studium abgeschlossen und hier auch promoviert. Ihre Forschungsarbeit an Tumorzellen führte sie dann nach Karlsruhe und später nach Basel. Das Wendland lernte sie über einen guten Freund schon in den 80er Jahren kennen und lieben. Aus dieser Zeit stammen auch viele Bekanntschaften aus Künstlerkreisen. „Die Sanierung des Hauses ging ja über Jahre und in Abschnitten. „Wir haben hier im Haus einige sehr schöne Feste gefeiert und daraus ist dann die Idee entstanden, einen kulturellen und kulinarischen Treffpunkt zu etablieren“, so Ursula Günthert.

Der Verein finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen, den Eintrittsgeldern und Spenden. Die flossen bisher aber nur in sehr geringem Maße, was die Vereinsvorsitzende schon etwas ärgert. Denn etablierte Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel der Kulturring Dannenberg, bekommen, ohne sich groß anzustrengen, ein Vielfaches an Unterstützung. Günthert scheibt sich die Finger wund an den Anträgen und hofft auf die Zukunft. Um die Besucher der Veranstaltungen ab und an mit einem Menü zu verwöhnen, musste sie ein Gewerbe anmelden, mit allen Schwierigkeiten, die bei so einem Unterfangen wohl dazu gehören. Aber sie hat es bisher nicht bereut, denn neben der Naturwissenschaft, der Kunst und Kultur liebt sie das Kochen.


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