Kripo-Team in Ludwigslust : Kriminalisten ab sofort im Dauerdienst

Dauerdienst statt Telefonbereitschaft bei der Kripo in Ludwigslust, das gilt seit Januar. Für die Polizei im Landkreis ist mit der Installierung des Kriminal-Dauerdienstes eine kleine Revolution in Gang gesetzt worden.

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03. Januar 2013, 11:32 Uhr

Ludwigslust | Dauerdienst statt Telefonbereitschaft bei der Kriminalpolizei in Ludwigslust, das gilt seit dem 2. Januar. Für die Polizei im neuen Landkreis ist mit der Installierung des so genannten Kriminal-Dauerdienstes eine kleine Revolution in Gang gesetzt worden. Bisher gab es zwar einen Bereitschaftsdienst bei der Kripo, doch das System hatte sich nicht besonders bewährt, war nicht flexibel genug. Jetzt sind im Polizeihauptquartier in Ludwigslust fünf Kriminalisten pro Schicht in ständiger Bereitschaft und können z. B. sehr viel schneller an einem Tatort sein.

Konkret sind es vier Kriminalisten, dazu kommt bei Bedarf noch ein Kriminaltechniker. Inspektionschef Polizeidirektor Hans-Peter Günzel war bei der Vorstellung des neuen Dienstes sichtlich stolz auf die Einrichtung dieses Dienstes. "Wir versprechen uns davon wirklich eine ganze Menge, vor allem im Sinne der Bürger und ihrer Sicherheit. Egal wo die Tatorte sind, egal wann sich Dinge ereignen, mit diesem Dienst ist unsere Kriminalpolizei nun deutlich besser aufgestellt und kann viel eher und auch schlagkräftiger ermitteln."

Bisher musste im Fall des Falles immer der Bereitschaftsdienst herausgeklingelt und dann das Team zusammengestellt werden. Das entfällt jetzt. Dazu kommt, dass alle Polizisten in den Revieren zu jeder Zeit einen Ansprechpartner in Sachen Kripo erreichen können. Günzel: "Das eröffnet uns ganz andere Möglichkeiten in der Kooperation, das kann und soll unsere Streifenwagenbesatzungen entlasten, wir können besser ermitteln und so hoffentlich auch Täter schneller fassen."

Bisher gab es solche Dauerdienste der Kripo meist nur in größeren Polizeieinheiten, etwa bei der früheren Kriminalpolizeiinspektion in Schwerin, die auch für die schwereren Straftaten zuständig waren und sind. Jetzt wird das Ganze auf die Kriminalkommissariate ausgeweitet und auch auf die vermeintlich kleineren Taten ausgedehnt. Die Ludwigsluster Polizeiinspektion ist mit diesem neuen Dienst auch ein Vorreiter in Mecklenburg-Vorpommern.

Verantwortlich für die Truppe ist der Chef der Kripo, Kriminaloberrat Tom Sperling. Für die Polizei bedeutet allein die Vorbereitung des neuen Bereitschaftsdienstes einen gewaltigen internen Kraftakt. Alle, die in diesen Schichten sitzen, machen das freiwillig, wurden ausgesucht. Zudem wurde darauf geachtet, dass die diensthabende Truppe auch möglichst nicht mit den ältesten Kollegen besetzt wird. Die schleichende Überalterung macht auch um die Kriminalpolizei keinen Bogen.

Das Gros der rund um die Uhr einsatzbereiten Truppe kommt aus dem Kriminalkommissariat, es sind aber auch fünf Mann aus der Schutzpolizei dabei, verriet Polizeichef Günzel. Die engere Führung wurde dem Ersten Polizeihauptkommissar Uwe Simon anvertraut, der bisher stellvertretender Revierleiter in Hagenow war. Simon verfügt aus früheren Zeiten über Erfahrungen aus der Schweriner Leitstelle. Erkenntnisse und Kontakte, die nun erneut von Nutzen sein können. Denn der neue Dauer-Dienst soll schnell und effizient sein. Und die Kollegen in den Revieren entlasten, beispielsweise bei Fahndungsmaßnahmen.

Zu denen, die die Dienste der Kripo-Leute ebenfalls in Anspruch nehmen werden, gehören die Polizisten der Autobahnpolizei. Nach dem Start in dieser Woche soll schnell beobachtet werden, wie effektiv die neue Organisation des Dienstes innerhalb der Polizei funktioniert. Bei Bedarf, so Günzel, werde nachgesteuert.

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