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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 13:22 Uhr

Lübtheen : Kreuzzug gegen das Jacobskraut

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Werner Habicht aus Lübtheen kämpft gegen die giftige und oft noch unterschätzte Pflanze.

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Werner Habicht hat eine Mission, er kämpft gegen eine von vielen unterschätzte Gefahr. Sie ist gelb, schön anzuschauen, doch sie ist giftig und breitet sich in den letzten Jahren immer schneller aus. Es geht um das Jacobskreuzkraut.

Schon nach wenigen Hundert Metern hält es den 78-jährigen Werner Habicht nicht mehr auf dem Autositz. Überall erkennt er den Feind, die gelbe Pflanze, die viele arglos dulden. „Viele haben das Kraut in ihrem Garten und wissen gar nicht, wie giftig sie ist. Sie darf auf keinen Fall verfüttert werden.“ Habicht, den alle in Lübtheen als Reifenhändler und langjährigen Chef der Ortshandwerkerschaft kennen, übertreibt nicht.

„Die Ausbreitung stellt eine ernste Gefahr dar, da das Jakobskreuzkraut als Giftpflanze nicht verfüttert werden sollte. Seine Giftigkeit beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen“, warnt beispielsweise die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen. Auch in unserem Landkreis gibt es etliche Warner, wie Maik Kindler, der als berufener Bürger-Vorsitzender eines Ausschusses im Kreistag war. Hintergrund: Die heimische Pflanze hat sich in den vergangenen Jahren deutlich stärker ausgebreitet.

Eine der Ursachen liegt wohl auch darin, dass viele Flächen nicht mehr so intensiv gemäht werden.

„Optimale Vermehrungsbedingungen findet das Jacobskreuzkraut auf Weiden mit mangelnder Weidepflege und unterlassener Nachmahd. Besonders häufig ist es daher auf Pferdeweiden anzutreffen“, heißt es dazu bei der schon erwähnten Landwirtschaftskammer.

Werner Habicht kann das aus seinen Beobachtungen bestätigen. „Viele wissen gar nicht, was da so schön blüht.“ Seine Bitte: „Sofort handeln, die Pfanze heraussreißen und mit den Füßen die Blüten von den Stengeln trennen. Nur das hilft. Und es muss schnell gehen, weil die Pflanze sonst die Samen ausstreut.“

Und Habicht hat gehandelt, immer wieder fährt er durch die Gegend und bekämpft die Pflanzen. Oft genug stößt er auf freundliches Desinteresse.

„Die Gefahr ist deshalb nicht zu unterschätzen, da die Auswirkungen der Vergiftung kumulativ sind und dadurch chronischen Erkrankungen auftreten können, wobei insbesondere Pferde, aber auch Rinder offensichtlich empfindlicher reagieren als Schafe und Ziegen. Die Giftstoffe reichern sich in der Leber langsam an und führen dann zu den chronischen Krankheitsprozessen“, heit es bei den Experten der Kammer. Das Gift sei so stark, dass es auch tödlich wirken könne.

 

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