Hagenow : Kreisumlage und Personal kosten

Kämmerer Roland Hochgesandt stellt den Haushalt der Stadt vor.
Kämmerer Roland Hochgesandt stellt den Haushalt der Stadt vor.

Hagenow hat seinen Haushalt aber doch kaum Geld

23-11367778_23-66107385_1416391975.JPG von
27. März 2015, 11:23 Uhr

Einmal im Jahr ist es soweit, dann hat Roland Hochgesandt, der Kämmerer Hagenows, seinen großen Auftritt in der Stadtvertretung. Dann stellt er die Eckdaten des zu verabschiedenden Haushalts der Stadt vor. Und das kann dauern, schließlich ist das mühsam ausgehandelte Werk allein in diesem Jahr 872 Seiten stark.

Hochgesandt, der seit vielen Jahren in allen Fraktionen ob seiner Gewissenhaftigkeit und Fairness hohes Ansehen genießt, hat dennoch die Gabe aus dem knochentrockenen Stoff, eine interessante Geschichte zu erzählen. Und die geht so: Hagenow hat zwar in den Planungen ein Minus von gut zwei Millionen, dass kann durch die Rücklagen, die die Stadt immer bilden muss, halbiert werden. Die restliche Millionen muss dann aber übers Jahr und möglicherweise auch über die noch ausstehenden guten Jahresabschlüsse von 2013 und 2014 abgefangen werden. Klar ist schon jetzt, das noch in diesem Jahr ein umfassendes Konsolidierungskonzept her muss. Dieses Jahr kommt Hagenow noch gerade so über die Runden, dann wird es schlimmer, wesentlich schlimmer.

Obwohl viel Geld bewegt wird, bleibt für Investitionen nicht viel. Gerade mal 1,7 Millionen kann Hagenow in diesem Jahr lockermachen. Im vergangenen Jahr waren es noch vier Millionen. Dass das überhaupt geht ist der florierenden Wirtschaft und den lebhaft sprudelnden Einnahmen aus der Gewerbesteuer zu verdanken. Aus diesem Topf sollen in diesem 3,9 Millionen kommen, 2010 waren es noch 2,5 Millionen.

Warum Hagenow nicht mehr zu leisten vermag, zeigt ein Blick auf die Ausgabenstruktur. Da sticht vor allem die Kreisumlage ins Auge, in diesem Jahr soll Hagenow 4,143 Millionen Euro nach Parchim überweisen und ist damit einer der größten Geldgeber des Landkreises. Und es sei kein Geheimnis, dass der Landkreis für die Zukunft von noch höheren Umlagen ausgeht. Auch, weil das Land Druck in dieser Richtung ausübt. Das könne man, so der Kämmerer, aus kommunaler Sicht überhaupt nicht gutheißen.

Noch teurer kommt die Stadt nur ihr Personal. Es geht um 8,935 Millionen Euro oder um 212 Beschäftigte, Wobei natürlich längst nicht alle in der eigentlichen Verwaltung arbeiten, zu der gehören nur 48 Beschäftigte. Die meisten Beschäftigten gehören zu den so genannten nachgeordneten Einrichtungen, z. B. den Kindergärten.

Die Stadtvertreter, die dem Kämmerer viel Lob zollten, wissen, dass die Lage schwieriger wird. Klaus Jensen von der CDU verwies darauf, dass man den Haushalt angesichts fehlender Abschlüsse ohne gesicherte Zahlen beschließen müsse. Ein Sicherungskonzept mit schmerzlichen Entscheidungen sei jedoch unabdingbar. Helga Lagemann von der SPD lobte die Zusammenarbeit, trotz aller Sorgen könne sich die Stadt aber nicht tot sparen. Dieter Opitz von den Linken lobte den Schuldenabbau und bemängelte die Schieflage im Haushalt. Es könne doch nicht sein, dass alle Schulen Hagenows 11900 Euro bekommen würden, währen die Verwaltung allein für Möbel und Regale im neuen Nebengebäude 13000 Euro geplant hätte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen