Ludwigslust/Parchim : Kreistag stärkt Politik den Rücken

Beratungspause im Kreistag am vergangenen Donnerstag.
Beratungspause im Kreistag am vergangenen Donnerstag.

Große Zustimmung für Arbeit mit Flüchtlingen / Provokationen der extremen Kräfte zurückgewiesen

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19. September 2015, 08:00 Uhr

Die übergroße Mehrheit der Abgeordneten des Kreistages hat den politisch Verantwortlichen des Landkreises den Rücken in Sachen Flüchtlingspolitik gestärkt. Und das über die gesamte Sitzung des Landkreises hinweg. Denn am Donnerstag gab es nicht den Tagesordnungspunkt zum Thema Flucht.

Vielmehr tauchte es immer wieder auf. Vor allem dann, als die Abgeordneten der Alternative für Deutschland und der NPD versuchten, ihre Anträge und Sicht der Dinge durchzudrücken. Schließlich wurde es bei dem Auftritt von Udo Pastörs so schlimm, dass sich die CDU-Fraktion zu rhythmischem Beifall entschloss, der fast vom gesamten Kreistag aufgenommen wurde und so den Redner doch irritierte. Gustav Graf von Westarp von den Freien Wählern übernahm die Aufgabe, den Extremen zu antworten: „Ihre Anträge sind pure Heuchelei, angeblich geht es Ihnen um die Wahrung des sozialen Friedens. Der soll durch was denn gefährdet sein. Da könnten sie ja gleich den Tourismus verbieten, das sind auch meist Fremde, die da kommen. Sie schüren Ängste, sie nähren einen Pauschalverdacht, sie betrieben geistige Brandstiftung mit ihren Gesinnungskumpanen,“ hielt er den Rechten entgegen. Die hatten zuvor erreichen wollen, das keine Flüchtlinge in Dörfern untergebracht werden sollen. Da hatte Wolfgang Schmülling, der auf dieser Sitzung den (geplant) abwesenden Landrat vertrat, zuvor ganz andere Nachrichten zu verkünden. „Wir haben zahlreiche Anfragen von Bürgermeistern und Gemeinden, die kleine Flüchtlingsgruppen und bevorzugt Familien unterbringen wollen. Aktuell sind es 152 Angebote. Wenn wir da alle umsetzen können, sieht die Lage entspannter aus.“

Schmülling polemisierte nicht, er informierte. Vor allem über die vielen Menschen im Kreis, die geholfen haben und weiter helfen. Das mache stolz, in dem Landkreis zu wohnen. Weitere Informationen, vor allem über die konkreten Absprachen mit der Landesregierung, sollen vom Landrat Anfang kommender Woche nachgereicht werden. Probleme wurden nicht verschwiegen. Schmülling: „Im Moment geht es um Dach, Bett und Essen. Um das andere müssen wir uns auch noch kümmern.“

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