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Verband West-Mecklenburg : Kreis kooperiert mit Unternehmern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mitglieder fordern klare Regeln bei möglichen Praktika und Einstellungen für die Flüchtlinge

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 15:59 Uhr

Landkreis und der Unternehmerverband West-Mecklenburg haben beim ersten Treffen des Jahres ihre enge Zusammenarbeit aus den vergangenen Jahren fortgesetzt. Der Beigeordnete Günter Matschoß erklärte vor gut 40 Teilnehmern des ersten Unternehmerabends des Jahres die Leitlinien der Kreisverwaltung. Für die sei vor allem ein enger Kontakt zur heimischen Wirtschaft weiterhin enorm wichtig. Der Landkreis werde auch ohne neue Kredite auskommen, Kunst und Kultur würden groß geschrieben. In Sachen Wirtschaft hoffe der Landkreis auf die angekündigte positive Entwicklung am Flugplatz in Parchim. Das hänge zwar im wesentlichen vom Investor ab, sei aber ganz sicher im Interesse der Region.

Die beiden Biosphärenreservate waren ein Thema, der Finanzplan für die kommenden Jahre, der vom Kreis massiv unterstützte Breitbandausbau. Doch gerade bei letzterem Thema gibt es eben höchst unterschiedliche Erfahrungen, wie sich gerade beim Scheitern von Projekten im Städtedreieck Neustadt-Glewe, Ludwigslust und Grabow zeige. Hier könne der Kreis, das gab Matschoß zu, nur sehr wenig bis gar nichts machen. Die öffentliche Förderung reiche hinten und vorne nicht, um den noch immer herrschenden Flickenteppich bei den verfügbaren Internetgeschwindigkeiten zu beseitigen.

Große Einsicht bei den harten Fakten zeigte Matschoß auch beim Thema Straßenausbau. Dem Landkreis sei sehr wohl bewusst, dass gerade beim Ausbau der Kreisstraßen viel mehr getan werden müsse. Doch auch hier setzten die Finanzen derzeit spürbare Grenzen. Doch mit der langfristigen Strategie des Landkreises zur Entschuldung wolle man auch die Investitionsmöglichkeiten beim Straßenausbau deutlich erhöhen. Das sei aber auf die Schnelle nicht zu machen.

War die Aufmerksamkeit de Unternehmer beim Vortrag von Matschoß schon hoch, so stieg sie beim nächsten Gast, dem Unternehmer Jürgen Baumgarten, noch einmal. Der berichtete aus erster Hand von den Erfahrungen, die er mit „seinen“ 140 Flüchtlingen in den Unterkünften auf seinem Gelände in Wittenburg gemacht hat. Sein Fazit: Es müsse endlich Ordnung in die Geschichte und das auf allen Ebenen. Das alles Entscheidende bleibe das Erlernen der deutschen Sprache. Und, er habe sehr gute Erfahrungen gemacht, den Flüchtlingen von vornherein klare Regeln zu vermitteln. Die seien schon früh ins Arabische übersetzt worden, so dass es keine Missverständnisse gab. Baumgartens Urteil mit Blick auf die Wirtschaft: Frühestens in zwei bis drei Jahren sei damit zu rechnen, dass die meisten vernünftig in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

In der Diskussion kam dann schnell auf, dass es problematisch werden würde, müsste man den Flüchtlingen sofort Mindestlohn zahlen. Das würde das gesamte Lohngefüge der anderen Mitarbeiter ins Wanken bringen. Zudem forderten die Unternehmer von der Politik sehr schnell klare Regeln für Betriebspraktika und mögliche Einstellungen von Flüchtlingen. Ideal wären direkte Kontakte in die Betriebe und die jeweilige Entsendung eines Begleiters.

Im dritten Teil der Diskussion ging es um die Planung des Verbandes für das laufende Jahr. Schon jetzt steht fest, dass der nächste Stammtisch im Februar bei Dr.Oetker in Wittenburg und damit bei einem der interessantesten Betriebe der Region stattfinden wird. Schwerpunktthema im März wird der Breitbandausbau in der Region sein, während im April Mecklenburg-Vorpommerns Finanzministerin Heike Polzin Gast bei den Unternehmern des Verbandes Westmecklenburg sein wird.

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