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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 08:38 Uhr

Kreis: Blitzerteams bündeln ihre Kräfte

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erstellt am 12.Mär.2012 | 06:53 Uhr

Ludwigslust/Parchim | Während man sich an anderen Stellen der Kreisverwaltung noch mit dem Zusammengehen beschäftigt, ist man im Fachdienst Ordnung schon weiter. Die Blitzer-Teams der beiden alten Landkreise werden vereinigt, jeder lernt von den Erfahrungen der anderen.

Und nicht nur die Chefs Frank Leuschner und Manfred Sprinz sind sich einig, dass der Kontrolldruck in dem nun zweitgrößten Kreis Deutschlands nicht nachlassen wird. "Das sehen wir doch an den Ergebnissen. Es gab deutlich mehr Verkehrstote im Landkreis im vergangenen Jahr, die Zahl der Unfälle ist nicht zurückgegangen und zu schnelles Fahren ist weiterhin eine der wichtigsten Unfallursachen. Warum also sollten wir mit unseren Messteams weniger unterwegs sein", fragt Leuschner. Das Argument, der Kreis stehe nur an Stellen, wo sich das Abkassieren lohne, kennt er seit Jahren zur Genüge. "Auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen, wir stehen zu 75 Prozent an Brennpunkten, an Unfallhäufungsstellen", weiß Manfred Sprinz, der seit Jahren die Überwachung des fließenden Verkehrs im Landkreis Ludwigslust organisiert hat. Was viele Kraftfahrer nicht wissen: Oft genug wird der Landkreis auch noch von Bürgern, aber auch Gemeinden regelrecht aufgefordert, in der einen oder anderen Ortschaft zu messen. Ein Phänomen, von dem auch die Polizei berichtet. Meistens sind es dann die Ortskundigen, die durch zu schnelles Fahren auffallen, und nicht die fremden Autofahrer.

Die Verhältnisse im neuen Fachdienst Ordnung sind klar, der Parchimer Frank Leuschner ist kommissarischer Leiter, Manfred Sprinz rückt an die zweite Stelle. Insgesamt gehören 73 Leute zum Dienst, 38 arbeiten in der Bußgeldstelle. Erstes Ergebnis der Fusion: Die Auswertung der Blitzerbilder wird künftig in Parchim konzentriert. Ziel ist es, die Buß- und Verwarngelder den Autofahrern möglichst schnell zu zu senden. Offiziell hat der Landkreis dafür nach dem Delikt drei Monate Zeit. Danach würde die Strafe verfallen.

Das will der Kreis natürlich vermeiden, zum einen, weil er tatsächlich Geld verlieren würde, zum anderen, weil die Strafe für zu schnelles Fahren ja auch wirken soll.

Gegenwärtig findet die Vereinigung der beiden Landkreise auch bei den Messstellen statt, das Netz wird überarbeitet. Künftig wird es wohl etwa 800 Punkte im Großkreis geben, an denen gemessen werden darf. Das bewältigen derzeit vier Messteams im Altkreis Ludwigslust, im Altkreis Parchim sind es derzeit noch zwei Messteams. Leuschner: "Unsere Messeinsätze werden wir weiter dezentral organisieren, schon der großen Entfernungen wegen."

Klar ist aber auch, dass alles auf dem Prüfstand steht: Wie viele Teams soll es geben, zu welchen Zeiten wird gemessen, welche Technik wird eingesetzt. So wurde im Parchimer Bereich auch mal an Feiertagen oder in den Abendstunden gemessen, das gab es im Altkreis Ludwigslust bisher nicht.

Keinerlei Abstimmungsbedarf gibt es bei der Technik. Die wird vom Kreis wie bisher von zwei Firmen gemietet, dafür steht dann die ganze Palette von bewährter und hochmoderner Messtechnik zur Verfügung.

Das Arbeitstier bleibt die bewährte Traffipax-Anlage, robuste radargestützte Technik, die allerdings mit modernster digitaler Technik gekoppelt ist. D. h. die geschossenen Bilder werden sofort digital übertragen und gespeichert. Angriffe auf die Kameratechnik, wie es sie schon gegeben hat, sind somit völlig sinnlos.

Am anderen Ende der Technikpyramide steht die "PoliscanSpeed"-Anlage, die sich selbst einmisst und mit der mehrere Spuren gleichzeitig erfasst werden können. Dazwischen operieren die so genannten ESO-Anlagen, die inzwischen mit einem Sensor auskommen und die auch selbst für geübte Autofahrerblicke erst zu erspähen sind, wenn es für den Gemessenen längst zu spät ist.

"Wir stellen uns nicht gleich auf dem Präsentierteller hin, wir wollen, dass die Kraftfahrer ihr ganz normales Verhalten an den Tag legen", beschreibt Leuschner die Taktik und rechtfertig damit auch die Tarnungen. An die Vorschriften, z. B. nicht in zu großer Nähe von Ortseingängen zu blitzen, werde man sich auch weiterhin halten. Und die Ergebnisse geben den Messbeamten des Kreises recht. Allein der Landkreis Ludwigslust hat im vergangenen Jahr aufgrund der Messungen 1011 Fahrverbote verhängt, im Landkreis Parchim waren es 765 Fahrer, die den "Lappen" abgeben mussten. In diesen Zahlen sind aber auch diejenigen eingerechnet, die von den stationären Anlagen (Starenkästen) erfasst wurden. Gute Nachricht, es bleibt bei den zehn Anlagen, die es derzeit im Großkreis gibt.

Nur eine Benachteiligung, die geben die Verantwortlichen vom Kreis zu: Dass es im Sommer an vielen Stellen auswärtige Kraftfahrer und Touristen erwischt, viele Einheimische hätten sich an den seit Jahren herrschenden Kontrolldruck gewöhnt. Doch auch da gelte, wer sich an die Regeln halte, der werde auch nicht geblitzt.

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