Biosphärenreservat Schaalsee : Kranichstand braucht viele Spender

<strong>2011 im September</strong> wurde dieser Ausguck von Vandalen angezündet. Die Ermittlungen wurden später jedoch eingestellt.  <fotos>Thorsten Meier/privat</fotos>
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2011 im September wurde dieser Ausguck von Vandalen angezündet. Die Ermittlungen wurden später jedoch eingestellt. Thorsten Meier/privat

Der Beobachtungshochstand am Schaalsee ist ein Besuchermagnet für Touristen und Einheimische und er soll wieder aufgebaut werden. Die dafür benötigten rund 20 000 Euro sollen über Spenden eingeworben werden.

svz.de von
03. Juni 2012, 07:45 Uhr

Zarrentin | "Dieser Hochstand hat für uns einen großen touristischen Stellenwert", sagt Fördervereins-Geschäftsführer Gerd Schriefer und betont: "Seit der Turm dem Feuer zum Opfer fiel, fehlt am Schaalsee eine Möglichkeit, die Kraniche beim Einfliegen aus geeigneter Höhe über das Schilf hinweg zu beobachten. Dafür reisen eigens Naturfreunde und Ornithologen aus ganz Deutschland an, um dieses Naturschauspiel zu erleben."

Wo einst ein vier Meter hoher Ausguck den Blick freigab auf die Schalisser Bucht, ist heute nur noch ein Brandfleck zu sehen. Unbekannte hatten im September 2011 den bei Besuchern so beliebten Holzturm einfach niedergebrannt. Klaus Jarmatz vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee, das den Beobachtungshochstand am Schaalsee unweit des Klosters 1998 für immerhin satte 40 000 Mark erbaut hatte und unterhielt, ist immer noch sauer über die Brandstifter, die nie gefasst worden sind. Und über den ständigen Vandalismus, der dem Niedergang vorausgegangen war. Aus dem einstigen Beobachtungsstand haben seine Leute im Laufe der Jahre Berge von Müll geräumt und immer wieder die Sitzbänke oder die Leiter repariert, das Dach mit Schilf für über 10 000 Euro erneuert.

Da der Beobachtungshochstand von Touristen wie Einheimischen geschätzt und sehr gern besucht wurde, soll er nun wieder aufgebaut werden. Die dafür benötigten rund 20 000 Euro für Fundament und überdachte Plattform sollen über Spenden eingeworben werden. Dazu rufen der Gewerbeverein Zarrentin und Umgebung e.V., die Stiftung Biosphäre Schaalsee und das Amt für das Biosphärenreservat auf. "Bisher haben wir etwa 2250 Euro zusammen. Dank der Jaeger Spezial-Dämmstoffe Lüttow-Valluhn GmbH und der Reaiffeisenbank Südstorman-Mölln, Filiale Zarrentin sowie 20 weiteren Spendern", rechnet Gerd Schriefer vor. Das ehrgeizige Ziel des 52-Jährigen ist es, über die Wintermonate 2012/13 den Hochstand zu errichten, so dass er zur nächsten Saison fertig ist. Vorausgesetzt, das Geld ist bis dahin zusammen. Öffentliche Mittel stehen dafür nämlich leider nicht zur Verfügung.

Der Stiftung Biosphäre Schaalsee gelang es in den zurückliegenden Jahren mit ganz persönlichem und finanziellem Einsatz die Lebensräume bedrohter Tierarten und damit die Lebensgrundlage der Menschen selbst zu bewahren. So zum Beispiel für den Kranich. Zahlreiche Tiere halten sich während des Herbstzuges und zur Brut in der Region auf. "Bei unser jährlichen Kranichwanderung mit Stiftern beobachten wir das Einfliegen der Vögel am Schlafplatz bei Schaliß", weiß Schriefer. Kraniche seien in seinen Augen die prächtigsten Großvögel in Deutschland. Unvergesslich, wer einmal den abendlichen Landeanflug zu ihren Schlafplätzen am Schaalsee habe beobachten können. Doch ohne Schutz der Natur, könnte dieses Schauspiel gefährdet sein.

Gerd Schriefer: "Die zukünftige Unterhaltung des Hochstandes hat das Amt für das Biosphärenreservat zugesichert. Die Spendernamen werden auf Wunsch auf Tafeln am neuen Beobachtungsstand veröffentlicht."

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