WSA Lauenburg: Alle Eisbrecher im Einsatz : Kraftvoller "Wisent" bricht das Elbe-Eis

Der Eisbrecher „Wisent“ fährt in den Bleckeder Hafen ein. Die Eisbrecher des WSA haben alle männliche Bezeichnungen wie Büffel, Stier oder Keiler. Maria Nielsen
Der Eisbrecher „Wisent“ fährt in den Bleckeder Hafen ein. Die Eisbrecher des WSA haben alle männliche Bezeichnungen wie Büffel, Stier oder Keiler. Maria Nielsen

Es kracht und knirscht und rumpelt, als sich der Eisbrecher "Wisent" seinen Weg in den Bleckeder Hafen sucht. Die zehn Eisbrecher des WSA Lauenburg sind alle im Einsatz, um die Elbe und ihre Kanäle schiffbar zu halten.

svz.de von
25. Januar 2013, 05:48 Uhr

Bleckede | Es kracht und knirscht und rumpelt, als sich der Eisbrecher "Wisent" seinen Weg in den Bleckeder Hafen sucht. Schiffsführer Rainer Schwark, Steuermann Andreas Bethge und Maschinist Hans-Joachim Dörsch eld sind morgens früh in Thießau gestartet, nachdem sie das Eis im dortigen Schutzhafen aufgebrochen haben und sind nun dabei, den Bleckeder Hafen schiffbar zu machen. "Die Häfen müssen als Schutzhäfen frei sein für die Elbeschifffahrt", erläutert Henning Banse, der Leiter der Außenstelle Bitter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg. Gerade jetzt würden mehr Schiffe als sonst auf der Elbe fahren. "Der Elbe-Seiten-Kanal ist richtig voll mit Eis, während auf der Elbe selbst noch nicht so viel ist. Und die Schiffe können wegen des hohen Wasserstandes voll beladen werden", so Banse.

Der "Wisent" ist einer von zehn Eisbrechern des WSA und mit einem 600 PS Motor unterwegs. Kommt es ganz hart, wird eine Unwucht zugeschaltet, eine Kurbelwelle, die durch das Schiff verläuft und an den Enden Gewichte hat. Dann schaukelt der "Wisent" auch noch hin und her, und zum Dienstschluss ist die Mannschaft wegen des Lärms und der Rumpelei ziemlich geschafft.

Das gestern im Bleckeder Hafen war für das 2000 Tonnen schwere Schiff wohl nur Geplänkel, da haben Rainer Schwark und seine Männer schon ganz andere Situationen erlebt. Sie werden im gesamten Einsatzgebiet des WSA Lauenburg eingesetzt, bis hin zur Hamburger Landesgrenze. Hinter der Staustufe in Geesthacht kann das Eis nur bei ablaufendem Wasser gebrochen werden und abfließen. "Hier entsteht manchmal eine richtige Eiswand, gegen die das Schiff fährt und jedes mal nur etwas herausbricht. Wenn bei Nacht mehrere Eisbrecher in einer Reihe arbeiten, dann ist volle Konzentration gefragt", so Rainer Schwark, der schon das 38. Jahr auf einem Eisbrecher fährt. Innerhalb der Mannschaft muss die Chemie stimmen, denn die Männer leben jetzt auf dem Schiff. Die Kojen und die Kombüse sind eng. Gekocht wird abwechselnd. "Wem es nicht schmeckt, der muss am nächsten Tag kochen", lacht Schwark bevor er anlegt und Henning Banse von Bord lässt.

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