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Besserung nach Ferienbeginn : Krätzefälle in Lübtheen: Entwarnung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mehr als ein Dutzend Kinder nach Hautkrankheit wieder genesen. Lindenschule mit großem Aufwand und Kosten mehrfach desinfiziert und gereinigt

Krätzefälle haben an der Lübtheener Lindenschule vor Wochen für Aufregung gesorgt. Jetzt jedoch scheint für die betroffenen Kinder alles überstanden zu sein und sie können ihre Ferien genießen. Das zumindest beantworten der Landkreis Ludwigslust-Parchim und das Gesundheitsamt gestern auf Nachfrage. „Wir denken, dass alles überstanden ist. Es gab keine weiteren Fälle mehr, die uns gemeldet wurden“, sagt Susan Koch, Pressereferentin des Landkreises am Telefon.

Was war passiert? Im Frühling und Frühsommer waren an der Lindenschule in Lübtheen mehrere Kinder mit starken Veränderungen im Hautbild auffällig geworden. Die sprichwörtlichen Alarmglocken schrillten und die Kinder wurden Ärzten vorgestellt. Diagnose: Krätze.

Betroffen war in der Folge mehr als ein Dutzend Schüler. Alle mussten sofort vom Unterricht ausgeschlossen werden und sich mit entsprechender Behandlung zu Hause aufhalten. Hier habe es aber wohl noch immer Kontakt zu anderen Kindern gegeben, so dass es mutmaßlich zu weiteren Ansteckungen kam. „Mit Spezialsalben, die bei Krätze Anwendung finden, sind die Ärzte der Situation aber doch Herr geworden. Jetzt gehen wir davon aus, dass alle Kinder nach den Ferien wieder am Unterricht teilnehmen können“, so Koch.

Arbeit jedoch hatten natürlich nicht nur die Ärzte und das Gesundheitsamt durch die hochansteckende Krankheit. „Wir mussten täglich Reinigungs- und zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen durchführen lassen, das ist Vorschrift, wenn solche Fälle auftreten. Aber das sind wir im Sinne der Gesundheit unserer Kinder auch allen Beteiligten schuldig“, so Bürgermeisterin Ute Lindenau.

Die Mehrkosten hingegen dürften dem Stadtoberhaupt wenig geschmeckt haben, denkt man an die aktuelle Haushaltssperre und das ohnehin dauerhaft klamme Stadtsäckel. „Wichtig ist mir noch, in diesem Zusammenhang deutlich zu betonen, dass die Vorfälle weder mit dem Schulgebäude direkt noch mit Migranten-Kindern in Verbindung zu bringen sind. Die Schule ist sauber und betroffen waren ausschließlich einheimische Kinder“, so Lindenau, die mit einer Aufklärungsveranstaltung reagierte. Eingeladen hatte sie jüngst das Gesundheitsamt, Ärzte und Eltern, um in einem Forum alle Karten auf den Tisch zu legen.

Das Thema Krätze an sich tritt im gesamten Landkreis gar nicht so selten auf. „Wir können das derzeit nicht genau beziffern, aber es sind doch mehr als Einzelfälle“, sagt Susan Koch, die den Pressesprecher des Landkreises Andreas Bonin derzeit vertritt.

Woher die Fälle dann im Einzelnen kommen, ist nicht nachzuweisen. Klar sei nur, dass in Gemeinschaftseinrichtungen die Ausbreitung der Skabies mitunter große Probleme bereiten könne. Wie in der Lindenschule von Lübtheen. Befallen seien häufig leider auch Alten- und Pflegeheime oder Unterkünfte für Asylbewerber. Da die Einzelerkrankungen nicht meldepflichtig seien, dürfe zudem von einer nicht zu unterschätzenden Dunkelziffer auszugehen sein, heißt es vom Landkreis.

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