Kostenlos und rund um die Uhr?

Die Fähre „Tanja“ hatte mit dem Niedrigwasser zu kämpfen.
Die Fähre „Tanja“ hatte mit dem Niedrigwasser zu kämpfen.

Bürger aus Amt Neuhaus wünschen sich Ausweitung der Fährzeiten und kostenlose Überfahrten / Erleichterung bei Fährkosten ab 2016

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04. September 2015, 13:48 Uhr

„Kostenlos und rund um die Uhr“ - das wäre wohl eine kaum zu realisierende Maximalforderung an den Landkreis für die Fährverbindungen über die Elbe nachdem nun klar ist, dass es mit der Brücke in Darchau zumindest in absehbarer Zeit nichts wird. „Wir brauchen jetzt wenigstens eine Erweiterung bei den Fährzeiten und kostenlose Überfahrten“, forderte Ulf Göldner, Vorsitzender des Vereins Wirtschaft und Tourismus erst Anfang der Woche im Gespräch mit dem niedersächsischen Landtagspräsidenten Bernd Busemann.

Mitglieder der Mehrheitsfraktion aus SPD und Grünen im Landkreis hatten auch immer wieder betont, dass eine „Ertüchtigung“ der Fähre und finanzielle Erleichterungen für die Nutzer aus dem Amt Neuhaus ihre Absicht sei, würden die Planungen für die Elbbrücke eingestellt.

Wie steht es nun damit? SVZ befragte die verschiedenen Fraktionsvorsitzenden, womit und wann die Bürger aus dem Amt Neuhaus mit Erleichterungen rechnen können.

Franz-Josef Kamp, Fraktionsvorsitzender der SPD, geht davon aus, dass ab dem 1. Januar 2016 eine höhere Subvention für die Fähren die Kosten für die Nutzer mit LG-Kennzeichen erheblich senken werden. „Der nächste Kreistag findet im Oktober statt, und wir werden einen Antrag stellen, dass dafür Geld in den Haushalt eingestellt wird.“ In welcher Höhe stünde noch nicht fest, aber er gehe davon aus, das es es „ein paar“ Hundertausend Euro sein werden. Es hätte auch schon ein Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium gegeben, ob von den nun eingesparten GVFG-Mitteln Geld für eine neue Fähre abgezweigt werden könnte. „Wir haben viele Ideen, aber die Gespräche mit den Fährgesellschaften müssen noch geführt werden“, so Kamp.

Petra Kruse-Runge von den Grünen antwortet auf die Anfrage: „Wir wollen die Ertüchtigung der Fähre und insbesondere ihre weitere Vergünstigung schnellstmöglich umsetzen. Alles was die Fähren als solche betrifft, bedarf natürlich erneuter Gespräche mit den Betreibern und dem Landkreis Lüchow-Dannenberg“.

Gisela Plaschke von der FDP findet, dass die sogenannte Ertüchtigung der Fähre angesichts der jetzigen Lage natürlich vordergründig sinnvoll sei, sie würde aber das grundsätzliche Problem überhaupt nicht lösen. „Das sind die wetterbedingten und jahreszeitlichen Unwägbarkeiten. „Die Mehrheitsgruppe stellt sich die Ertüchtigung der Fähre so vor, dass die Fähre nahezu kostenfrei für die Nutzer fährt. Damit wird den Leuten Sand in die Augen gestreut und der allgemeine Unmut der Betroffenen soll besänftigt werden. “ Auch Alexander Blume von der CDU sieht das so. Auch wenn die Bedingungen für die Nutzung der Fähren verbessert würden, würde das lange nicht ausreichen, um die Nachteile, die den Neuhausern durch die fehlende Brücke entstünden, auszugleichen. Im übrigen Landkreis würde auch niemand für die Nutzung der Kreisstraßen zur Kasse gebeten. „Wir halten am Projekt einer Elbbrücke fest“.

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