Redefin : Konzept gegen Platznot in Kita

Die Kinder sind mit dem Umgang mit der Notrutsche vertraut.  Fotos: Christian Kleiber
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Die Kinder sind mit dem Umgang mit der Notrutsche vertraut. Fotos: Christian Kleiber

In Redefin können bald mehr Kinder aufgenommen werden / Bürgermeisterin sieht Erhalt der Einrichtung als moralische Verpflichtung

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21. Juli 2015, 11:53 Uhr

Die Probleme mit der Unterbringung der eigenen Schützlinge kennen vermutlich viele Eltern. Die Kindertagesstätten sind oft überfüllt und haben meistens keine Plätze mehr, um weitere Kinder aufzunehmen. So ist es auch in Redefin. Es gibt fürs kommende Jahr schon mehr Anmeldungen als Kita-Plätze, wie die Bürgermeisterin Roswitha Böbel sagt.

Mit Hilfe eines neuen Raumkonzepts, welches mit dem Jugendamt vereinbart wurde, kann die Kindertagesstätte nun zwei Kinder mehr aufnehmen. Dann werden insgesamt 41 Kinder betreut.

Als vor zwei Jahren die Geburtenrate wieder gestiegen sei, habe das Jugendamt mit der Gemeinde über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, wie sich mehr Kinder in der Einrichtung unterbringen ließen, berichtet Böbel. So gab es nach ihren Angaben anfangs auch Überlegungen, die große Gruppe und den Hort im Gemeindehaus unterzubringen. Seitdem Schlafcontainer angemietet wurden, ist die Sache aber vom Tisch, wie die Bürgermeisterin betont. Die meisten Dorfbewohner seien mit der Lösung zufrieden. Bei einer Umfrage habe es keinerlei Beschwerden von Eltern gegeben. Lediglich Kleinigkeiten seien angesprochen worden, fügt Böbel hinzu.

Laut der Bürgermeisterin wurde der Kindergarten 1960 eigenhändig von den Dorfbewohnern gebaut. So sind die heutigen Urgroßeltern und Großeltern seinerzeit in den Wald gegangen und haben das Holz für den Bau der Kita geschlagen. Auch sind einige von ihnen extra nach Kummer gefahren, um Dachziegel zu brennen. „Deshalb ist es schon ein moralischer Grund, die Kindertagesstätte aufrecht zu erhalten. Die Gemeinde hat schon so viel Geld in das Haus investiert, dass auch ein Neubau möglich gewesen wäre. Aber die meisten Dorfbewohner hängen auch mit Herzblut an dem Gebäude, so dass der Erhalt eine moralische Verpflichtung ist,“ sagte Roswitha Böbel weiter. Es wurde weiter investiert und auch eine Notrutsche für den Brandfall ins Dachgeschoss integriert. Die Rutsche wird auch zum Spielen genutzt, um den Kindern die Angst davor zu nehmen.

Angesichts der großen Nachfrage nach Kita-Plätzen sei es immer schwer, Absagen zu erteilen, aber der Gemeinde seien die Hände gebunden, erklärt Böbel. Die Kita könne nicht mehr Kinder aufnehmen, als Kapazitäten vorhanden seien. Aber durch das neue Raumkonzept könnten zumindest zwei Kinder mehr aufgenommen werden.

Vorrang haben laut Bürgermeisterin, die Eltern aus dem Dorf. Deren Schützlinge würden eher einen Platz bekommen, als Kinder aus anderen Dörfern der Gemeinde. Bisher stehen drei Kleinkinder auf der Warteliste, die vermutlich ab September 2016 in die Einrichtung gehen können. Personell sei die Kindertagesstätte mit zurzeit sieben Erziehern gut aufgestellt. Darüber sei die Gemeinde auch sehr froh, da es in der heutigen Zeit schwierig sei, Betreuer zu finden. In anderen Gemeinden, beziehungsweise deren Kitas, sehe die Personalsituation wesentlich schlechter aus, meint die Bürgermeisterin abschließend im SVZ-Gespräch.

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