Raum Hagenow : Konsum tritt auf die Kostenbremse

<strong>Konsum-Fashion</strong> in Wittenburg, am 30. Juni ist hier Feierabend.<foto>Owszak</foto>
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Konsum-Fashion in Wittenburg, am 30. Juni ist hier Feierabend.Owszak

Schatten und Hoffnung bei der Konsumgenossenschaft Hagenow: Zum einen müssen wegen schlechter Zahlen Läden geschlossen werden, zum anderen will die Genossenschaft zwei neue Lebensmittelmärkte eröffnen.

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07. März 2013, 06:46 Uhr

Hagenow | Schatten und Hoffnung bei der Konsumgenossenschaft Hagenow: Zum einen müssen wegen schlechter Zahlen Läden geschlossen werden, zum anderen will die Genossenschaft wahrscheinlich noch in diesem Jahr zwei neue Lebensmittelmärkte eröffnen.

Geschlossen werden zum 30. Juni der traditionsreiche Bekleidungsladen in der Großen Straße in Wittenburg aber auch der Konsum-Lebensmittelladen in Kaarßen. Die Ursache liegt in den hohen Defiziten, die beide Läden verursacht haben, erklärten die beiden Vorstände Ralf Bade und Jan-Michael Kappe in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Allein in Wittenburg sei im vergangenen Jahr ein Minus von 100 000 Euro aufgelaufen. Da das Gebäude auch noch dringend sanierungsbedürftig ist, die Kosten dafür sollen jenseits einer Million Euro liegen, habe man sich entschlossen, den Fashion-Laden zu schließen. Das habe der Aufsichtsrat in dieser Woche einstimmig bestätigt. Keine Zukunft hat auch der Lebensmittel-Nahversorger in Kaarßen, hier werden schon seit Jahren keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben. Die betroffenen 13 Mitarbeiter beider Läden sind informiert worden. Es soll für jeden ein Angebot zur Weiterbeschäftigung im Unternehmen geben. Sowohl Bade als auch Kappe schlossen betriebsbedingte Kündigungen aus. Vorstandsvorsitzender Bade: "Wir wollen das wirklich sozialverträglich lösen, zumal an anderen Stellen Mitarbeiter gebraucht werden."

Insgesamt herrsche bei den Bekleidungsläden eine schwierige Lage. Man wolle das Jahr 2013 nutzen, um die Niederlassungen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. Davon ausdrücklich nicht betroffen sind die Schuhläden, die gut laufen würden.

Profitabel, das ergaben die vorläufigen Ergebnisse von 2012, laufen hingegen der Lebensmittelbereich sowie der Getränkehandel. Allerdings kann dieser Bereich das Minus aus dem Bekleidungsbereich nicht auffangen, so dass die Genossenschaft 2012 wohl insgesamt mit einem Minus abschließen wird. Man wolle möglichst alle Läden erhalten, betonten beide Vorstände, müsse aber auch das Gesamtunternehmen im Auge behalten.

In der Folge könnte der gut laufende Lebensmittelbereich ausgebaut werden. So sei man in Verhandlungen, in Hagenow und in Zarrentin zwei neue Lebensmittelmärkte zu eröffnen. Eine Entscheidung darüber könnte noch in diesem Jahr fallen. Zum einen geht es um den bisherigen Netto-Laden auf dem Hagenower Kietz. Hier betreibt der Konsum in direkter Nachbarschaft einen erfolgreichen Getränkegroßhandel. Zum anderen geht es in Zarrentin um den ehemaligen Rewe-Getränkemarkt an der Hauptstraße. In beiden Fällen sei man ernsthaft interessiert, bestätigten die beiden Vorstände.

Die Hitliste der erfolg- und ertragreichsten Lebensmittelläden werden von den Filialen in Boizenburg und Neuhaus angeführt, gefolgt von Gresse und Wittenburg. Konsum-Chef Ralf Bade: "Nicht nur hier haben wir vor allem den Leiterinnen mit ihrer guten Einkaufspolitik sehr viel zu verdanken."

Der Konsum in Kaarßen läuft schon seit Jahren defizitär, das bestätigten auch die jüngsten Zahlen aus 2012. Vorstand Jan-Michael Kappe: "Hier handelt es sich um einen klassischen Nahversorger, und der Trend der Kundschaft ist eindeutig. Es ist auch nicht zu sehen, wie das umzukehren ist. Deswegen mussten wir aus wirtschaftlichen Gründen auch hier handeln."

Beide Immobilien sollen möglichst schnell über die Grundstücksauktion Rostock an den Mann gebracht werden.

Aktuell liegt die Zahl der Beschäftigten beim Konsum bei 240. Sollten die beiden neuen Lebensmittelmärkte kommen, würde ihre Zahl noch steigen müssen, weil neue Mitarbeiter benötigt würden.

Die Bekleidungsläden der Genossenschaft stehen dagegen alle unter Beobachtung und sollen möglichst bis 2014 den Sprung zurück in den profitablen Bereich schaffen.

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