Hagenow : Kommunale Angst vor Geldnot

Beim Raumentwicklungsprogramm geht es um viele Geld, das verteilt werden soll.
Beim Raumentwicklungsprogramm geht es um viele Geld, das verteilt werden soll.

Besonders ehrenamtliche Bürgermeister sollen Einspruchsfrist bis September für Landes-Raumentwicklungs-Programm nutzen

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09. Juli 2014, 14:46 Uhr

Die Bevölkerung des Landes Mecklenburg-Vorpommern schrumpft nicht nur rapide, sondern sie altert auch. Laut erster Prognosen werde sie sich im Jahr 2013 aus deutlich weniger jungen Menschen, dafür jedoch mehr älteren als heute zusammensetzen. Weltoffen, modern und innovativ will das Land M-V deshalb mit einem sogenannten Landes-Raumentwicklungs-Programm die Herausforderungen des demografischen Wandels in den Griff bekommen.

Amtsträger und Politiker der Region, unter anderem aus den Städten Hagenow, Lübtheen, Boizenburg, Wittenburg und Zarrentin, befürchten nichts Gutes. Bis Anfang nächster Woche wollen sie deshalb einen gemeinsamer Entwurf erarbeitet, was das Programm an Nachteilen bringen wird.

„Letztendlich sitzen wir doch alle im selben Boot. Mit der Fortschreibung des Landes-Raumentwicklungs-Programms hängen auch künftige Förderschwerpunkte zusammen. Das heißt, es geht um jede Menge Geld, das verteilt werden soll. In unserer Wittenburger Region läuft der Wirtschaftsmotor. Wir müssen alles daran setzen, dass das so bleibt und er nicht durch das Vorhaben des Landes gedrosselt oder gar angehalten wird“, sagt Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann im SVZ-Gespräch und findet es ganz toll, dass nicht jede Kommune einzeln Stellung beziehen wolle, sondern alle zusammen. Wenn man sich das Programm in seiner zeitlichen Chronologie betrachte, sähe man, dass nach und nach Dinge der Daseinsfürsorge gestrichen worden seien. „Ich ermuntere auch alle ehrenamtlichen Bürgermeister, aufmerksam hinzuschauen, um auf Änderungen hinzuweisen. Nach meinen Informationen können Stellungnahmen im ersten Beteiligungsverfahren noch bis September abgegeben werden.“ Wer seine Einwände nicht rechtzeitig vorbringe, brauche sich auch später nicht zu beschweren, betont Seemann. „Denn das ist nicht irgendein Papier, sondern die Grundlage der künftigen Entwicklung in unserer Region. Eine der wichtigsten Grundlagen überhaupt. Deshalb müssen wir uns sachlich wie fachlich dort einbringen.“

Für Alfred Matzmohr, Verwaltungschef im Amt Hagenow Land, besteht für die 20 Gemeinden in seinem Verantwortungsbereich dringender Handlungsbedarf, das Raumentwicklungsprogramm vom Land noch einmal genau zu prüfen.

„Es gibt einige Punkte, die man unbedingt in den Gemeinde besprechen und auch erläutern soll. Denn jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass festgelegte Schwerpunkte dann nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Deshalb gibt es auch in unserem Amtsbereich Gesprächsbedarf“, betont er.

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