Mutmaßlicher Räuber und Erpresser gefasst : Kommissar Zufall schnappt Verbrecher

Da schnappten die Handschellen zu: einem 24-Jährigen aus Lübtheen wird nicht nur Erpressung und Raub sondern auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Polizei schnappte ihn am letzten Freitag. Thorsten Meier/Archiv
Da schnappten die Handschellen zu: einem 24-Jährigen aus Lübtheen wird nicht nur Erpressung und Raub sondern auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Polizei schnappte ihn am letzten Freitag. Thorsten Meier/Archiv

Da schnappten die Handschellen zu: einem 24-Jährigen aus Lübtheen wird nicht nur Erpressung und Raub sondern auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Polizei schnappte ihn am letzten Freitag in Boizenburg.

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26. September 2012, 06:37 Uhr

Boizenburg | Dass ihnen am vergangenen Freitag Kommissar Zufall in die Hände spielen würde, hätten die Beamten des örtlichen Polizeireviers nicht zu hoffen gewagt.

Aus der Dr.-Alexander-Straße in der hiesigen Siedlung hatte eine Frau die Rettungsleitstelle und somit auch die Ordnungsmacht um Hilfe gerufen. Ein 24-Jähriger aus Lübtheen, der zu Besuch bei ihr wäre, hätte sie geschubst, so dass sie in eine Türverglasung gefallen und sich verletzt habe. Daraufhin machte sich sofort eine Funkstreife der Boizenburger Polizei mit zwei Einsatzkräften auf den Weg, um diesen Fall von häuslicher Gewalt zu unterbinden.

"Vor Ort wurde Verstärkung angefordert, als sich der Sachverhalt bestätigte. Die Frau, die die Freundin des Mannes ist, hatte Schnittverletzungen am Kopf, so dass sie von einem Notarzt versorgt werden musste. Der mutmaßliche Täter war offensichtlich stark angetrunken", berichtet nun Egon Gruhlich als Leiter des Boizenburger Polizeireviers. Dann sei der junge Mann im Treppenhaus von den Beamten vorläufig festgenommen und es seien ihm Handschellen angelegt worden. "Er zeigte sich sehr aggressiv. Deshalb mussten wir zu dieser Maßnahme greifen, um ihn aufs Revier in die Gewahrsamzelle zu bringen", erzählt der Erste Polizeihauptkommissar weiter. Dort habe er laut randalierend an die Tür geschlagen und sich recht uneinsichtig gezeigt. Einem der Beamten sei schließlich aufgefallen, dass die Personenbeschreibung eines gesuchten, unbekannten Erpressers genau auf den vorläufig in Gewahrsam Genommenen passte. Rückblende:

Am Donnerstag Abend, also einen Tag zuvor am 20. September, soll ein Unbekannter in Boizenburg einen Jugendlichen um sein Fahrrad gebracht haben, in dem er mit Prügel drohte. Wie die Polizei der SVZ mitteilte, spielte sich die Tat gegen 17.30 Uhr in der Rudolf-Tarnow-Straße ab. Der Täter verlangte sofort die Herausgabe des Fahrrades, ansonsten würde er den 15-jährigen Geschädigten verprügeln. Aus Angst vor Schlägen gab dieser schließlich sein Rad an den Tatverdächtigen. Dieser flüchtete mit dem Mountainbike. Das Kriminalkommissariat der Polizeiinspektion Ludwigslust hatte daraufhin unverzüglich die Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung aufgenommen.

Das Mountainbike hatte sich der geschädigte Jugendliche in mühevoller Kleinarbeit selbst zusammen gebaut. Es hat eine 26-iger Reifengröße, Kettenschaltung (21-Gänge) und ist in einem neuwertigen Zustand. Auffallend ist ein schwarzes Blättermuster auf dem roten Rahmen.

"Bei der Beschuldigtenvernehmung hat der Mann, der uns bereits polizeilich bekannt ist, den Raub eingeräumt. Die gefährliche Körperverletzung, wegen der wir jetzt noch ermitteln, leugnet er jedoch. Nach Abschluss der Ermittlungen geht der Vorgang an die Staatsanwaltschaft Schwerin. Die entscheidet dann, ob Anklage erhoben wird, oder nicht", informiert Anja Popp, Polizeikommissarin bei der Boizenburger Kripo. Wo er das Fahrrad angeblich abgestellt haben will, teilte der mutmaßliche Räuber und Erpresser den Polizisten mit. "Doch wir haben es an diesem angegebenen Ort nicht gefunden. Es ist und bleibt bislang verschwunden", so die Kriminalistin gegenüber der SVZ. Hinweise dazu nimmt das Polizeirevier unter 038847-6060 oder auch das Polizeipräsidium Rostock unter der Telefonnummer 038208-888 2222 entgegen. Aber auch jede andere Polizeidienststelle in der Region oder die Internetwache unter www.polizei.mvnet.de, können kontaktiert werden. "Sollte es zu einer Anklage und Verurteilung des mutmaßlichen Täters kommen, so könnte das mit einer Freiheitsstrafe von über einem Jahr enden", betont Revierleiter Gruhlich abschließend. Der 24-jährige Beschuldigte selbst sei nach der Vernehmung durch die Kripo wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

"Er darf sich erst einmal zwei Wochen lang nicht in der Wohnung seiner Freundin aufhalten. Ich hoffe, er wird sich daran halten."

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