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Hagenower Kreisblatt

23. Oktober 2017 | 01:02 Uhr

Kleine Maßnahmen reichen nicht

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Informationsveranstaltung im Haus des Gastes über weitere Schritte an der unteren Mittelelbe zum Schutz vor Hochwasser

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 12:59 Uhr

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte zu einer Informationsveranstaltung über den Rahmenplan „Abflussverbessernde Maßnahmen an der unteren Mittelelbe“ ins Haus des Gastes eingeladen. Gekommen waren hauptsächlich Bürger, die sich ohnehin mit dieser Thematik befassen und nicht das erste Mal von Rückschnitt, Abgrabungen, Deichrückverlegungen und -erhöhungen gehört haben.

Heiko Warnecke als Leiter des Geschäftsbereichs Planung und Bau beim NLWKN moderierte. Karsten Petersen und Klaus-Jürgen Steinhoff vom NLWKN, die den Rahmenplan betreuen und Johannes Prüter, Leiter des Biosphärenrservats, trugen vor. Da inzwischen das viel zitierte und lang erwartet 2-D-Modell, das die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erarbeitet hat, vorliegt, können Schlüsse gezogen werden, um wie viele Zentimeter durch welche Maßnahmen die Elbe bei Hochwasser geringer auflaufen würde. „Der Rückschnitt führt zu einer Absenkung um drei bis maximal sieben Zentimeter, ungefähr 40 vorgesehene Bodenentnahmen würden weitere drei bis vier Zentimeter Absenkung bringen. Die Wirkung ist deutlich geringer, als wir es uns in der Arbeitsgruppe erhofft haben“, so Karsten Petersen.

Klau-Jürgen Steinhoff referierte über den Gehölzrückschnitt und kam zu der „bitteren Erkenntnis“, dass der bisherige Gehölzrückschnitt nur magere fünf Zentimeter gebracht habe. „Kleine Maßnahmen bringen uns unserem Ziel, den Hochwasserscheitel um mindestens 30 Zentimeter abzusenken, nicht weiter. “ Es gehe um größere Maßnahmen wie Deichrückverlegungen, Deicherhöhungen oder den Bau von Umflutern.

Die Biosphärenreservatsverwaltung ist damit befasst, den bisher erfolgten Rückschnitt auch dauerhaft zu halten. Johannes Prüter erläuterte den aktuellen Stand. An einigen Stellen hätten Landwirte schon Rinder oder Schafe zur Beweidung ins Vorland gebracht.

In der anschließenden Diskussion forderte Wilhem Siefert vom Neuhauser Deichverband einen radikaleren Rückschnitt und das Ersatzpflanzungen auf keinen Fall im Vorland erfolgen dürften. Johannes Haker zitierte einen Satz aus dem Gutachten des BfG, nachdem der Hochwasserscheitel um 70 Zentimeter reduziert werden könnte, wenn im Vorland nur Rasen wachsen würde und ein andere Zuhörer meinte, es laufe wohl alles auf die Erhöung der Deiche hinaus und das koste ein Menge Geld.

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